11.06.2020, 00:32 Uhr

San Francisco (AFP) Amazon verbietet US-Polizei vorerst Nutzung von Gesichtserkennungssoftware

Amazon-Logo.
Quelle: AFP/Archiv/ERIC PIERMONT (Foto: AFP/Archiv/ERIC PIERMONT)Amazon-Logo. Quelle: AFP/Archiv/ERIC PIERMONT (Foto: AFP/Archiv/ERIC PIERMONT)

Aktivisten: Technologie kann für Diskriminierung von Schwarzen genutzt werden

Amazon hat der US-Polizei die Anwendung seiner Gesichtserkennungssoftware vorerst untersagt. Das vorläufige Verbot gelte für ein Jahr und solle dem Kongress die Zeit geben, "angemessene Regeln" für den Einsatz derartiger Technologien zu verabschieden, erklärte der US-Internetkonzern am Mittwoch.

Mit dem Schritt reagierte Amazon auf die Kritik von Aktivisten, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzen. Sie warnen, die Gesichtserkennungssoftware sowie Beobachtungskameras von Amazon könnten von den US-Behörden für diskriminierende Maßnahmen gegen Afroamerikaner und andere Minderheiten missbraucht werden.

Ein Bündnis von Aktivistengruppen hatte in dieser Woche eine Petition gegen das "Beobachtungsimperium" von Amazon gestartet. Darin wird das Unternehmen aufgefordert, seine Verbindungen zur Polizei und den Einwanderungsbehörden zu kappen.

Amazon müsse "seine strukturelle Rolle in der systematischen Unterdrückung schwarzer Menschen untersuchen", forderte Myaisha Hayes, Kampagnenleiterin bei der Aktivistenvereinigung Media Justice. Die Beobachtungskameras von Amazon sind zwar für den Schutz von Privathäusern gedacht. Die Eigentümer in den USA können aber die Polizei die Videoaufzeichnungen einsehen lassen.

Die öffentliche Diskussion um die Diskriminierung von Schwarzen und anderen Minderheiten hatte in den vergangenen Wochen in den USA nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz stark an Fahrt gewonnen. Landesweit fanden Proteste gegen Rassismus statt.


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