09.06.2020, 12:39 Uhr

Schwerin (AFP) Amthor großen Schritt weiter auf Weg zu CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern

Philipp Amthor.
Quelle: AFP/Archiv/Odd Andersen (Foto: AFP/Archiv/Odd Andersen)Philipp Amthor. Quelle: AFP/Archiv/Odd Andersen (Foto: AFP/Archiv/Odd Andersen)

Landesjustizministerin Hoffmeister verzichtet - CDU in Umfrage vor SPD

Knapp anderthalb Jahre vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor gute Chancen auf den Parteivorsitz in dem Bundesland. Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU) erklärte am Dienstag in Schwerin ihren Verzicht auf eine Kandidatur. Damit ist der 27-jährige Amthor derzeit der einzige Kandidat für den Landesvorsitz. Laut einer Umfrage überholte in des die CDU in Mecklenburg-Vorpommern die von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig geführte SPD in der Wählergunst deutlich.

Der CDU in Mecklenburg-Vorpommern fehlt nach dem überraschenden Rücktritt des Landesvorsitzenden Vincent Kokert seit März eine gewählte Parteispitze. Ein Wahlparteitag wurde wegen der Corona-Krise verschoben. Über einen Termin will die Landes-CDU am 19. Juni entscheiden. Amthor zufolge könnte der Parteitag im August stattfinden.

Der in Ueckermünde geborene Amthor sitzt seit 2017 für seinen Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II im Bundestag. Der studierte Jurist will im Herbst 2021 nun erstmals für den Landtag kandidieren. Er schließt auch eine Spitzenkandidatur zur Landtagswahl nicht aus. Der Landesvorsitzende hätte "das erste Zugriffsrecht auf die Spitzenkandidatur", sagte Amthor. Über die Frage werde aber "zum gegebenen Zeitpunkt" entschieden.

Es gehe darum, die CDU "hinter dem Ziel zu versammeln", erfolgreich in die Wahlen zu gehen. Die CDU habe den Anspruch, bei der Wahl die stärkste Kraft zu werden.

Mecklenburg-Vorpommern wird von einer Koalition aus SPD und CDU regiert. In einer am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Erhebung von Infratest dimap für den Norddeutschen Rundfunk kommen die Christdemokraten auf 29 Prozent der Wählerstimmen. Das sind etwa zehn Prozentpunkte mehr als bei der Landtagswahl 2016. Die SPD kommt auf 24 Prozent Zustimmung - ein Minus von mehr als sechs Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl.

SPD-Ministerpräsidentin Schwesig selbst verbucht allerdings hohe Zustimmungswerte. 70 Prozent der Wähler sind laut der Umfrage zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit ihr. Die CDU profitiert nach Ansicht der Wahlforscher vom positiven Bundestrend für die Union und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Laut Umfrage käme Die Linke wie bei der Wahl 2016 auf etwa 13 Prozent der Stimmen, die Grünen würden mit etwa zehn Prozent – anders als die FDP - in den Landtag zurückkehren. Die AfD verlöre sechs Prozentpunkte und käme auf 15 Prozent der Stimmen. Telefonisch befragt wurden von Mittwoch bis Samstag vergangener Woche 1004 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern.


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