28.05.2020, 11:04 Uhr

Kennedy Space Center (AFP) Bemannter SpaceX-Flug wegen schlechten Wetters verschoben

Angehaltener Countdown am Kennedy Space Center.
Quelle: AFP/Gregg Newton (Foto: AFP/Gregg Newton)Angehaltener Countdown am Kennedy Space Center. Quelle: AFP/Gregg Newton (Foto: AFP/Gregg Newton)

Start jetzt für Samstag vorgesehen - Trump will kommen

Der erste bemannte Flug des Privatunternehmens SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS ist wegen eines Unwetters verschoben worden. Der Start sei nun für Samstag vorgesehen, erklärte SpaceX am Mittwoch. Über dem Kennedy Space Center in Cape Canaveral tobte am Morgen ein Gewittersturm. Die Absage kam nur knapp 17 Minuten vor dem geplanten Start, die Luke der Raumkapsel "Crew Dragon" hatte sich bereits hinter den beiden US-Astronauten Doug Hurley und Bob Behnken geschlossen.

Laut SpaceX hätte sich das Wetter etwa zehn Minuten nach dem für den Start vorgesehenen Zeitfenster bessern sollen. Die Gefahr durch Regen und Blitze sei jedoch zu hoch gewesen. Eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt war nicht möglich, da der Orbit der "Crew Dragon" auf den der ISS abgestimmt sein muss.

"Alle sind bestimmt ein bisschen enttäuscht", sagte Astronaut Hurley. Nasa-Chef Jim Bridenstine erklärte später, es habe einfach zu viel Elektrizität in der Luft gelegen. "Es gab zwar kein richtiges Gewitter, aber die Sorge war groß, dass der Start einen Blitz auslösen könnte", sagte Bridenstine.

Dies war der Fall bei der Apollo-12-Mission im November 1969: Kurz nach dem Start während eines Unwetters wurde die Rakete zweimal von Blitzschlägen getroffen, die sie vermutlich beim Durchfliegen einer besonders massigen und dichten Wolke durch ihren Abgasstrahl selbst ausgelöst hatte. Trotz einiger technischer Probleme konnte sie ihre Mission aber fortsetzen.

Behnken und Hurley stellte die Absage vor eine weitere Geduldsprobe: Nachdem die beiden 49- und 53-jährigen Raumfahrt-Veteranen bereits mehr als zwei Stunden in der Kapsel auf den Start gewartet hatten, zeigte ein Live-Video nach seiner Absage, wie sie dort in ihren futuristischen weißen Raumanzügen weiter ausharren mussten, während die Tanks aus Sicherheitsgründen wieder geleert wurden.

US-Präsident Donald Trump war eigens nach Cape Canaveral angereist, um den ersten Start eines bemannten US-Raumschiffs zur ISS seit neun Jahren zu verfolgen. Die Falcon-Rakete sollte symbolträchtig von Startrampe 39A abheben, von der aus Neil Armstrong und seine Apollo-11-Kollegen im Juli 1969 zu ihrer historischen Mondlandung gestartet waren. Später teilte Trump per Twitter mit, dass er am Samstag wieder dabei sein werde. Neue Startzeit ist nach Nasa-Angaben nun 15.22 Uhr (21.22 Uhr MESZ).

SpaceX arbeitet seit 18 Jahren auf den Moment hin. Ein Erfolg der ersten bemannten Mission des kommerziellen Raumfahrtunternehmens von Firmengründer Elon Musk ist auch für die US-Raumfahrtbehörde Nasa von großer Bedeutung. Die US-Raumfahrtbehörde hatte ihr Shuttle-Programm 2011 wegen hoher Kosten und nach zwei Unglücken eingestellt. Seitdem fliegen die US-Astronauten mit russischen Raketen zur ISS.


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