27.05.2020, 01:26 Uhr

Washington (AFP) Erneut Entsetzen in den USA über brutalen Polizei-Einsatz gegen Afroamerikaner

Protest gegen den gewaltätigen Polizei-Einsatz in Minneapolis .
Quelle: AFP/kerem yucel (Foto: AFP/kerem yucel)Protest gegen den gewaltätigen Polizei-Einsatz in Minneapolis . Quelle: AFP/kerem yucel (Foto: AFP/kerem yucel)

Mann stirbt nach Gewaltanwendung im Krankenhaus

Erneut sorgen Bilder von einem brutalen Polizei-Einsatz gegen einen Afroamerikaner in den USA für Entsetzen. Ein im Internet zirkulierendes Video zeigt, wie ein weißer Polizist in Minneapolis mehr als fünf Minuten lang auf dem Genick des Mannes kniet. Der Afroamerikaner verstarb wenig später. Der Bürgermeister der Großstadt im Bundesstaat Minnesota, Jacob Frey, entließ wegen des Vorfalls vier Polizisten.

In dem Video ist zu hören, wie der mit Handschellen gefesselte Afroamerikaner sagt: "Ich kann nicht atmen". Er wird dann still und reglos und kann sich nicht bewegen, als die Beamten ihn auffordern, sich in den Polizeiwagen zu begeben. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er verstarb.

Bürgermeister Frey reagierte entrüstet. In den USA von schwarzer Hautfarbe zu sein, "sollte kein Todesurteil sein", sagte er. Der örtliche Polizeichef Medaria Arradondo teilte mit, er habe die Ermittlungen zu dem Fall an die Bundespolizei FBI übergeben.

Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump, der die Familie des Verstorbenen vertritt, erklärte, der Mann sei unter dem Verdacht der Fälschung von Dokumenten von der Polizei gestoppt worden. Die Beamten hätten dabei in "exzessiver" und "unmenschlicher" Weise Gewalt angewendet.

Fälle von exzessiver Polizeigewalt gegen Schwarze haben in den vergangenen Jahren in den USA immer wieder für Empörung in großen Teilen der Öffentlichkeit gesorgt. Solche Fälle führten zur Gründung der Bewegung Black Lives Matter (Das Leben von Schwarzen zählt).


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