25.05.2020, 01:53 Uhr

Düsseldorf (AFP) SPD-Experte fordert Signal der Bundesregierung gegen Thüringens Corona-Kurs

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.
Quelle: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER (Foto: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER)Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Quelle: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER (Foto: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER)

Ministerpräsident Ramelow will generelle Auflagen in seinem Bundesland lockern

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Bundesregierung aufgefordert, ein Signal gegen die angekündigten Lockerungen der allgemeinen Corona-Auflagen in Thüringen zu setzen. Mit dieser Entscheidung drohe ein bundesweiter Wettlauf der Länder bei Lockerung der Restriktionen, "der aus medizinischer Sicht katastrophal wäre", warnte Lauterbach in der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Das Corona-Kabinett solle an diesem Montag "unbedingt ein Gegensignal setzen, um das zu verhindern".

Der SPD-Politiker appellierte an Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), seine Entscheidung zurücknehmen. Ramelow hinterlasse damit den Eindruck, als knicke er vor "Aluhüten" - eine abfällige Bezeichnung für Verschwörungstheoretiker - und "rechtsradikalen Schreihälsen" ein, sagte Lauterbach unter Bezug auf die Demonstrationen gegen die Corona-Restriktionen.

Ramelow setze wichtige Erfolge im Kampf gegen die Pandemie, um die Deutschland international beneidet werde, "fahrlässig aufs Spiel", kritisierte der SPD-Bundestagsabgeordnete. Der Ministerpräsident hatte am Wochenende ein Ende der generellen Corona-Beschränkungen in Thüringen ab Anfang Juni in Aussicht gestellt.


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