15.05.2020, 12:23 Uhr

München (AFP) Mutmaßlicher Betrüger beantragte in Bayern über eine Million Euro Corona-Hilfen

Blaulicht.
Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)Blaulicht. Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)

30-Jähriger festgenommen - Gold für 25.000 Euro bei Verdächtigem in NRW entdeckt

Im Kampf gegen großangelegten Betrug mit Corona-Soforthilfen haben Ermittler in Bayern und Nordrhein-Westfalen offenbar zwei besonders dreiste Fälle aufgedeckt. Bayerischen Fahndern gelang nach eigenen Angaben vom Freitag die Festnahme eines 30-Jährigen, der bei mehreren Behörden insgesamt über eine Million Euro erschwindeln wollte. Am Niederrhein kamen Ermittler einem Tatverdächtigen auf die Spur, der von erschlichenen Corona-Geldern Gold für 25.000 Euro gekauft haben soll.

Der 30-jährige Beschuldigte in dem bayerischen Fall wurde am Donnerstag in Niedersachsen festgenommen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I mitteilte. Er soll in München und bei den Regierungen von Schwaben und Oberbayern Corona-Soforthilfen von insgesamt mehr als einer Million Euro beantragt haben. Dabei verwendete er demnach entweder Aliasidentitäten oder Namen realer Unternehmen aus Bayern. Die großangelegten Betrugsversuche fielen jedoch auf, Geld wurde nicht ausgezahlt.

Allerdings stießen die Ermittler auf dem Konto des nunmehr inhaftierten Manns auf 67.000 Euro, die von den Ländern Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg als Corona-Soforthilfen überwiesen worden waren. Diese Gelder wurden gesichert. Ob und in welchem Umfang der Beschuldigte weitere Anträge im Bundesgebiet stellte, sollen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Der Fall in Nordrhein-Westfalen gehört zu einem Ermittlungskomplex, in dessen Mittelpunkt insgesamt sieben mutmaßliche Corona-Betrüger stehen. Bei Durchsuchungen am Niederrhein fanden Polizisten bei einem dieser Beschuldigten das Gold im Wert von 25.000 Euro - gekauft mit Corona-Unterstützungszahlungen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Kleve mitteilten.

Die Verdächtigen sollen in betrügerischer Absicht bei den Behörden angegeben haben, sie hätten als Gewerbetreibende durch die Corona-Pandemie Liquiditätsengpässe erlitten. Auf diese Weise erschlichen sie sich nach bisherigem Ermittlungsstand Corona-Soforthilfen in Höhe von 9000 beziehungsweise 15.000 Euro.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um fünf Deutsche, eine Libanesin und eine Rumänin im Alter von 22 bis 81 Jahren. Hinweise auf die Taten erlangten die Ermittlungsbehörden durch entsprechende Verdachtsanzeigen der Banken.


0 Kommentare