15.05.2020, 08:33 Uhr

Berlin (AFP) Kurzarbeiter und Erwerbslose bekommen in der Corona-Krise mehr Unterstützung

Bundesratspräsident Dietmar Woidke im Plenum der Länderkammer.
Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)Bundesratspräsident Dietmar Woidke im Plenum der Länderkammer. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)

Bundesrat billigt Sozialpaket II

Wer wegen der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen muss oder seinen Job verliert, bekommt künftig mehr Unterstützung. Der Bundesrat billigte am Freitag das Sozialpaket II, das der Bundestag am Donnerstag beschlossen hatte. Das Kurzarbeitergeld wird damit von derzeit generell 60 Prozent des entgangenen Nettolohns auf 70 Prozent ab dem vierten Monat erhöht. Ab dem siebten Monat steigt der Satz auf 80 Prozent.

Für Eltern erhöht sich die Leistung von 67 auf 77 beziehungsweise 87 Prozent. Diese Regelung gilt bis Ende des Jahres. Wer in Kurzarbeit ist, darf zudem ab dem 1. Mai bis Ende des Jahres Geld dazuverdienen - die Grenze liegt bei der vollen Höhe des Monatseinkommens ohne Kurzarbeit.

Der Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung wird außerdem verbessert: Für Menschen, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld sich in der Zeit vom 1. Mai 2020 bis zum 31. Dezember 2020 erschöpfen würde, wird die Anspruchsdauer einmalig um drei Monate verlängert.

Kinder und Schüler, die auf existenzsichernde Leistungen angewiesen sind, sollen auch bei der pandemiebedingten Schließung von Kita und Schule weiter ein warmes Mittagessen erhalten. Dies gilt auch für Kinder im Kinderzuschlags- oder Wohngeldbezug.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verwies in der Länderkammer darauf, dass die Corona-Krise zum "tiefsten Einschnitt" in der Geschichte der Bundesrepublik bezüglich der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geführt habe. Mit dem Kurzarbeitergeld und den Wirtschaftshilfen würden Arbeitsplätze gesichert. Das koste zwar viel Geld, aber Arbeitslosigkeit sei letztlich teurer.


0 Kommentare