12.05.2020, 21:12 Uhr

Washington (AFP) Pompeo fordert afghanische Regierung und Taliban zu Zusammenarbeit auf

Soldat kümmert sich nach Anschlag in Kabul um ein Baby.
Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)Soldat kümmert sich nach Anschlag in Kabul um ein Baby. Quelle: AFP/STR (Foto: AFP/STR)

Islamischer Staat bekennt sich zu Anschlag auf Beerdigung mit 24 Todesopfern

Nach zwei blutigen Anschlägen auf eine Entbindungsklinik und eine Beerdigung in Afghanistan hat US-Außenminister Mike Pompeo die Regierung in Kabul und die radikalislamischen Taliban zur Zusammenarbeit aufgefordert. "So lange es keinen deutlichen Rückgang der Gewalt und keine Fortschritte Richtung einer politischen Lösung gibt, wird Afghanistan anfällig sein für Terrorismus", erklärte Pompeo am Dienstag in Washington.

Pompeo nannte die Anschläge "entsetzlich", die Täter müssten ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Zugleich verwies der US-Außenminister darauf, dass die Taliban erklärt hätten, nicht für die Anschläge verantwortlich zu sein.

Die USA und die Taliban hatten am 29. Februar in Doha ein historisches Abkommen unterzeichnet. Es soll den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan ebnen. Allerdings steht seine Zukunft nach den Anschlägen vom Dienstag noch mehr in Frage als ohnehin schon.

Bei dem Anschlag auf eine Entbindungsklinik in Kabul kamen am Dienstag mindestens 14 Menschen ums Leben, darunter zwei Babys sowie mehrere Mütter und Krankenschwestern. Bei einer Beerdigung in der östlichen Provinz Nangarhar tötete ein Selbstmordattentäter mindestens 24 Trauergäste und verletzte mehr als 60 weitere Menschen. Zu dem Anschlag in Nangarhar bekannte sich am Abend die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die mit den Taliban um Einfluss in Afghanistan ringt.

Nach den beiden Gewalttaten ordnete der afghanische Präsident Aschraf Ghani die Wiederaufnahme der militärischen Offensive gegen aufständische Gruppen wie die Taliban und den IS an. "Ich befehle allen Sicherheitskräften, ihre aktive Verteidigungsposition zu beenden und ihre Operationen gegen den Feind wieder aufzunehmen", sagte Ghani in einer Fernsehansprache.

Bislang galt, dass das Militär nur defensiv auf alle Angriffe der Taliban reagieren sollte. Im Gegenzug hatten sich die radikalislamischen Kämpfer in dem Abkommen mit den USA verpflichtet, große Städte und internationale Truppen nicht mehr anzugreifen. Das Abkommen war im Februar in Doha im Beisein von Pompeo unterzeichnet worden.


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