12.05.2020, 10:17 Uhr

Karlsruhe (AFP) Lebenslange Haftstrafe in Mordfall Susanna rechtskräftig

Justitia.
Quelle: AFP/Archiv/INA FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/INA FASSBENDER)Justitia. Quelle: AFP/Archiv/INA FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/INA FASSBENDER)

Bundesgerichtshof verwirft Revision des Angeklagten als unbegründet

Zwei Jahre nach dem Mord an der 14-jährigen Mainzer Schülerin Susanna F. ist die Verurteilung des angeklagten Irakers zu lebenslanger Haft rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss seine Revision gegen das Urteil des Landgerichts Wiesbaden zurück. Das Gericht hatte den abgelehnten Asylbewerber Ali B. im Juli 2019 schuldig gesprochen, die 14-Jährige vergewaltigt und ermordet zu haben. (Az. 2 StR 25/20)

Das Landgericht stellte in seinem Urteil zudem die besondere Schwere der Schuld fest und entschied, die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach dem Ende der Haftzeit vorzubehalten. Der zur Tatzeit 21-jährige B. hatte im Prozess gestanden, Susanna im Mai 2018 an einem Bahndamm nahe Wiesbaden erwürgt und verscharrt zu haben. Eine Vergewaltigung stritt er hingegen ab.

Der Fall hatte auch deshalb bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil es sich bei B. um einen abgelehnten Asylbewerber handelte. Dies löste eine Debatte über konsequentere Abschiebungen aus. B. setzte sich nach der Tat mit seiner Familie in die Kurdengebiete im Nordirak ab, wo er von Sicherheitskräften festgenommen wurde.

Wenige Tage nach seiner Verurteilung durch das Landgericht Wiesbaden legte er Revision vor dem Bundesgerichtshof ein. Er machte dabei laut BGH unter anderem ein Verfahrenshindernis wegen seiner Rückführung aus dem Irak geltend. Die Bundesrichter verwarfen seine Revision jedoch als unbegründet.

In einem zweiten Prozess hatte das Landgericht Wiesbaden B. im Oktober wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Gegen einen mitangeklagten Minderjährigen wurde eine Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verhängt. Sie sollen die Elfjährige im April und Mai 2018 vergewaltigt haben.


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