09.05.2020, 21:39 Uhr

Washington (AFP) Obama kritisiert Trumps Corona-Krisenmanagement als "chaotische Katastrophe"

This file screen grab from a video released by BidenForPresident shows former president Barack Obama endorsing Joe Biden’s White House bid in a video message on April 14, 2020.
Quelle: BidenForPresident/AFP/Archiv/Handout (Foto: BidenForPresident/AFP/Archiv/Handout)This file screen grab from a video released by BidenForPresident shows former president Barack Obama endorsing Joe Biden’s White House bid in a video message on April 14, 2020. Quelle: BidenForPresident/AFP/Archiv/Handout (Foto: BidenForPresident/AFP/Archiv/Handout)

Ex-US-Präsident wirbt um Unterstützung für Joe Biden im Rennen gegen Amtsinhaber

In vertraulichen Äußerungen hat Ex-US-Präsident Barack Obama den Umgang seines Nachfolgers Donald Trump mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Trumps Krisenmanagement sei "eine absolut chaotische Katastrophe", sagte Obama laut einem Audiomitschnitt am Freitagabend in einem Gespräch mit früheren Mitgliedern seiner Regierung. Nach dem Nachrichtenportal Yahoo News berichteten am Samstag auch andere US-Medien über die Äußerungen.

Obama kritisierte, in Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie spiegele sich eine Denkweise des "'Was ist für mich drin' und 'Zum Teufel mit allen anderen'" wieder. Egoismus und Feinddenken sei zu einem "stärkeren Impuls im amerikanischen Leben geworden".

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.In den Vereinigten Staaten wurden mittlerweile mehr als 1,3 Millionen Infektionen und mehr als 78.000 Corona-Tote gemeldet. Trump wird vorgeworfen, die Pandemie unterschätzt und nicht früh genug auf die Herausforderungen reagiert zu haben. Außerdem lasse er die Bundesstaaten im Kampf gegen das Virus allein und lasse es zu, dass sie miteinander um Schutzausrüstung kämpfen.

Obama kritisierte außerdem die Entscheidung des US-Justizministeriums, die Vorwürfe gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn im Zusammenhang mit der Russland-Affäre fallenzulassen. Flynn hatte sich im Dezember 2017 schuldig bekannt, das FBI über seine Kontakte zum ehemaligen russischen Botschafter Sergej Kisljak belogen zu haben. Später erklärte der Ex-General, das Schuldbekenntnis zurückziehen zu wollen.

Wegen solcher Entscheidungen mache er sich Sorgen, dass "unser grundlegendes Verständnis des Rechtsstaates in Gefahr" sei, sagte Obama seinen früheren Mitarbeitern. Er rief sie daher auf, wie er selbst den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden im Rennen gegen Trump zu unterstützen. Die US-Präsidentschaftswahl findet Anfang November statt. "Ich hoffe, dass Ihr alle die gleiche Dringlichkeit empfindet wie ich", sagte Obama.


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