09.05.2020, 04:13 Uhr

Washington (AFP) Sprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence mit Coronavirus infiziert

Zweiter Corona-Fall im Weißen Haus binnen zwei Tagen

Es ist der zweite Corona-Fall im Weißen Haus binnen zwei Tagen: Die Sprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, ist nach Angaben von US-Regierungsvertretern und Medien positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Ihr Ehemann Stephen Miller ist ein enger Berater von US-Präsident Donald Trump. Dessen Sprecherin Kayleigh McEnany versicherte, das Weiße Haus habe die nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um Trump und andere Regierungsvertreter zu schützen.

Katie Miller hatte noch am Donnerstag an einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses teilgenommen. Neben Trump waren dabei auch First Lady Melania Trump, die Ehefrau von Pence und zahlreiche ranghohe Mitarbeiter anwesend.

Am Freitag bestätigte ein Regierungsvertreter zunächst einen Coronavirus-Fall im Team des Vizepräsidenten, ohne einen Namen zu nennen. Sechs Mitarbeiter mussten wegen eines möglichen Kontakts mit Miller aus einem Flugzeug aussteigen, in dem sie Pence bei einer Reise in den Bundesstaat Iowa begleiten sollten.

Trump bestätigte später indirekt Medienberichte, wonach es sich bei der Infizierten um Pences Sprecherin handele. Der Präsident nannte die Erkrankte "Katie" und fügte hinzu, sie arbeite im Pressestab seines Stellvertreters.

Miller meldete sich schließlich auch selbst zu Wort. Sie bedankte sich im Online-Dienst Twitter für die Genesungswünsche. "Mir geht es gut und ich freue mich darauf, meine Arbeit für das amerikanische Volk wieder aufzunehmen", schrieb Miller. Ihr Mann, der als rechter Hardliner bekannt ist, arbeitet als Trumps Berater und Redenschreiber ebenfalls im Weißen Haus.

Erst am Donnerstag war ein im Weißen Haus als Butler eingesetzter Soldat positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trump und Pence wurden in der Folge negativ getestet. Sie unterziehen sich inzwischen täglich einem Coronavirus-Test. Der für sein Krisenmanagement viel kritisierte Trump weigert sich aber entgegen den offiziellen Empfehlungen weiterhin, eine Schutzmaske zu tragen.

Am Freitag nahm der Präsident in Washington gemeinsam mit Veteranen an einer Kranzniederlegung zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren teil. Weder Trump noch die Veteranen im Alter zwischen 96 und 100 Jahren trugen Gesichtsmasken. Sie hielten aber einen Sicherheitsabstand ein. Wegen ihres Alters gehören sowohl Trump als auch die Veteranen grundsätzlich zur Corona-Risikogruppe.

Trump sagte nach der Gedenkveranstaltung in Washington, er habe "weit weg" von den Veteranen gestanden. Er verwies außerdem auf den starken Wind, der "in eine solche Richtung" geweht habe, dass ohnehin kein Virus die Veteranen hätte erreichen können.

Trumps Sprecherin McEnany betonte derweil, im Weißen Haus seien alle nötigen Vorkehrungen getroffen worden, um den Präsidenten zu schützen. Das Gebäude werde regelmäßig gesäubert und die Mitarbeiter hielten den gebotenen Sicherheitsabstand ein.

Die USA sind mit großem Abstand das Land mit den meisten Corona-Todesopfern weltweit. Bis Freitag steckten sich mehr als 1,28 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten mit dem Erreger an. Mehr als 77.000 Infizierte starben.


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