08.05.2020, 07:26 Uhr

Berlin (AFP) Maas: 8. Mai hat Weltgeschichte verändert

Heiko Maas.
Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)Heiko Maas. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)

Außenminister fordert Bekenntnis zu deutscher Verantwortung

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat den 8. Mai 1945 als Tag gewürdigt, der "die Weltgeschichte maßgeblich verändert hat". Der 8. Mai sei ein Tag der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus, "aber auch unsere eigene Befreiung in Deutschland vom Nationalsozialismus", sagte Maas am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin" anlässlich des Gedenkens zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges.

Den Zweiten Weltkrieg nannte Maas den "schrecklichsten Krieg der Menschheitsgeschichte". Der 8. Mai sei eine Zäsur gewesen, in deren Folge die Vereinten Nationen und die Europäische Union als "größtes und erfolgreichstes Friedensprojekt der Geschichte" entstanden seien.

Zur Forderung der Linken, den 8. Mai zu einem nationalen Feiertag zu machen, äußerte sich Maas zurückhaltend. Entscheidend sei nicht, ob der 8. Mai als offizieller Feiertag begangen werde, sagte Maas. Wichtig sei vielmehr, dass "der Tag in seiner Einordnung in Deutschland richtig bewertet" werde. Es handele sich um einen Tag der Befreiung, "den man wirklich feiern kann", aber auch um einen Tag, "der uns daran erinnert, was für ein Leid wir über die Welt gebracht haben und was für eine Verantwortung sich für uns daraus ergibt."

Besorgt äußerte sich Maas über die Zunahme von Antisemitismus und Rechtsextremismus in Europa. Als verantwortliches Land für den Nationalsozialismus und den Holocaust trage Deutschland die Verantwortung dafür, dass die Bekämpfung von Antisemitismus und Rechtsextremismus auf der Tagesordnung bleibe, sagte Maas. Dafür werde er sich im Zuge der im Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft einsetzen.

Am 8. Mai 1945 hatte die deutsche Wehrmacht bedingungslos kapituliert, womit die NS-Schreckensherrschaft endete. Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes ist der 8. Mai in Berlin einmalig ein Feiertag. Am Mittag legen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Kranz nieder. Steinmeier hält anschließend an der Neuen Wache in Berlin eine Rede. Ein eigentlich vorgesehener Staatsakt war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.


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