07.05.2020, 01:22 Uhr

München (AFP) "SZ": USA weisen deutsche Kritik an Stopp von WHO-Beiträgen scharf zurück

US-Außenminister Mike Pompeo.
Quelle: POOL/AFP/Archiv/KEVIN LAMARQUE (Foto: POOL/AFP/Archiv/KEVIN LAMARQUE)US-Außenminister Mike Pompeo. Quelle: POOL/AFP/Archiv/KEVIN LAMARQUE (Foto: POOL/AFP/Archiv/KEVIN LAMARQUE)

Pompeo erneuert in Brief die Vorwürfe an die UN-Organisation

Die USA haben laut einem Zeitungsbericht die Kritik aus Deutschland an dem Stopp ihrer Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in scharfer Form zurückgewiesen. "Unsere höchste Priorität gilt dem Schutz von Leben, nicht öffentlichkeitswirksamen Gesten und kleinlicher Politik", heißt es laut "Süddeutscher Zeitung" ("SZ" Donnerstagsausgabe) in einem Antwortschreiben von US-Außenminister Mike Pompeo an seinen deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD).

Benötigt würden "funktionierende, verlässliche globale Institutionen, und nicht dysfunktionale, unfähige Bürokratien, die sich der Kommunistischen Partei Chinas auf Kosten von Menschenleben beugen", schrieb Pompeo dem Bericht zufolge. Direkt an Maas gerichtet fügte der US-Minister demnach hinzu: "Stimmen Sie zu?" An anderer Stelle heiße es: "Wir zählen auf Sie, Heiko, mit uns diesen Kampf für die Freiheit zu führen."

Maas hatte laut "SZ" Mitte April in einem Brief an Pompeo "nachdrücklich" darum gebeten, die Folgen des Zahlungsstopps "zu bedenken" und während der fortdauernden Corona-Krise zunächst keine Schritte zu umzusetzen, welche die zuständigen UN-Unterorganisationen "nachhaltig schwächen würden".

Auf diese Bitte ging Pompeo der Zeitung zufolge in seinem Schreiben nicht ein. Stattdessen bekräftigte er die US-Kritik an der WHO. Ungeachtet einer "Kette des Versagens" der Organisation seien die USA jahrzehntelang ihr größter Geldgeber gewesen. Der US-Chefdiplomat unterstrich demnach zugleich, dass sich die USA der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiterhin "zutiefst verpflichtet" sähen.

US-Präsident Donald Trump hatte Mitte April den Stopp der Zahlungen an die WHO mit "Missmanagement" sowie Einseitigkeit der Organisation zugunsten Chinas begründet, wo das neuartige Coronavirus erstmals beim Menschen festgestellt worden war.

dja


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