06.05.2020, 08:39 Uhr

Berlin (AFP) Zahl der Diskriminierungsfälle im Zusammenhang mit Corona steigt

Warnung vor Diskriminierungen in Corona-Krise.
Quelle: AFP/Archiv/SEBASTIEN BOZON (Foto: AFP/Archiv/SEBASTIEN BOZON)Warnung vor Diskriminierungen in Corona-Krise. Quelle: AFP/Archiv/SEBASTIEN BOZON (Foto: AFP/Archiv/SEBASTIEN BOZON)

Franke: Zur Bedrohung durch das Virus kommen Hass und Ausgrenzung

Im Zuge der Corona-Krise steigt nach Angaben der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Zahl der Diskriminierungsfälle. Seit Beginn der Pandemie seien mehr als 100 Anfragen zu Diskriminierungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingegangen, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Es ging demnach in mehr als der Hälfte der Fälle um Benachteiligungen aufgrund der ethnischen Herkunft, außerdem um Diskriminierungen wegen einer Behinderung, des Alters oder der Geschlechtsidentität.

"Die Fälle reichen von unverhohlenem rassistischem Verhalten in der Öffentlichkeit bis hin zu körperlichen Übergriffen", erklärte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke. Die Behörde erhalte außerdem Berichte von Hassbotschaften am Arbeitsplatz oder über "Racial Profiling" von Menschen mit asiatischem Aussehen.

Andere wendeten sich an die Beratungsstelle, weil beispielsweise Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht zum Teil ohne Rücksicht auf benachteiligte Gruppen wie etwa Menschen mit Behinderung ergriffen wurden, so Franke. Menschen mit Gehhilfe wiederum scheiterten an Auflagen in Supermärkten, wenn dort ein Einkaufswagen vorgeschrieben sei.

"Die Corona-Krise legt bereits vorhandene Probleme im Bereich der Diskriminierung bloß und kann sie verstärken", erklärte Franke. "Die Bedrohung durch das Virus macht nicht alle gleich - manche Gruppen haben nun noch mehr mit Ausgrenzung, Hass und Benachteiligung zu kämpfen."

Dagegen müsse entschlossen vorgegangen werden: "Wir raten allen Betroffenen, sich Unterstützung zu suchen und solche Erfahrungen nicht hinzunehmen." Franke betonte: "Diskriminierung ist nie gerechtfertigt, auch nicht in Krisensituationen."


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