06.05.2020, 01:06 Uhr

Berlin (AFP) Bericht: Bundesregierung erwartet deutlich höhere Zahl von Hartz-IV-Beziehern

Arbeitsagentur in Hannover.
Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid)Arbeitsagentur in Hannover. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid)

Regeln für Leistungsbezug in Corona-Krise gelockert

Die Bundesregierung rechnet als Folge der Corona-Krise offenbar mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der Hartz-IV-Bezieher. Das Arbeitsministerium erwarte in den kommenden sechs Monaten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche sogenannte Bedarfsgemeinschaften, heißt es nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochausgaben) in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Bei einem sechsmonatigen Bezug der Leistungen rechnet das Ministerium demnach mit staatlichen Mehrausgaben von 9,6 Milliarden Euro. Der erwartete Anstieg bei den Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften bedeute einen Zuwachs um rund 40 Prozent im Vergleich mit dem März: In diesem Monat habe laut einer Berechnung der Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei rund 2,83 Millionen gelegen.

Das Arbeitsministerium erklärt den gestiegenen Leistungsbezug unter anderem mit den erleichterten Bewilligungen während der Pandemie, wie die Funke-Blätter weiter berichten. Seit März und bis einschließlich Juni finden keine Vermögensprüfungen mehr statt. Auch das persönliche Erscheinen im Jobcenter ist keine zwingende Voraussetzung mehr für den Erhalt der finanziellen Unterstützung.


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