30.04.2020, 03:50 Uhr

Bengasi (AFP) Libyscher General Haftar verkündet Stopp von Angriffen bis Ende des Ramadan

Der libysche General Chalifa Haftar .
Quelle: AFP/Archiv/ARIS MESSINIS (Foto: AFP/Archiv/ARIS MESSINIS)Der libysche General Chalifa Haftar . Quelle: AFP/Archiv/ARIS MESSINIS (Foto: AFP/Archiv/ARIS MESSINIS)

Jedoch erneut Explosionen in Tripolis

Der libysche General Chalifa Haftar hat einen Stopp seiner Militäroffensive auf die Hauptstadt Tripolis bis zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan angekündigt. Haftar gehe damit auf die Forderungen befreundeter Staaten ein, erklärte ein Sprecher des Generals in der Nacht zum Donnerstag in der ostlibyschen Stadt Bengasi. Wenn die Gegenseite gegen die Waffenruhe verstoße, würden die Haftar-Truppen jedoch "sehr schnell und unverzüglich" antworten.

Kurz nach der Verkündung der Waffenruhe waren in Tripolis allerdings erneut Explosionen zu hören, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP aus der Hauptstadt berichteten. Im Libyen-Konflikt sind immer wieder Feuerpausen angekündigt worden, die dann nicht eingehalten wurden.

Die UNO, EU und mehrere Staaten hatten vor einer Woche zu einer Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land während des Ramadan aufgerufen. Der Fastenmonat hatte am vergangenen Freitag begonnen.

Seine Offensive gegen die von der UNO anerkannte Einheitsregierung von Fajes al-Sarradsch in Tripolis hatte Haftar vor einem Jahr gestartet. Noch am Montag dieser Woche sagte der General in einer Fernsehansprache, er wolle die Offensive fortsetzen. Er verfüge über ein "Mandat des Volkes", um Libyen zu regieren, führte Haftar ins Feld. Auf welche Weise er dieses "Mandat" erlangt haben will, erläuterte er nicht.

In Libyen herrscht seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Einheitsregierung ist schwach. Haftar kontrolliert einen Großteil des Ostens und Südens des Landes.

Bei einer internationalen Konferenz im Januar in Berlin waren Schritte zur Deeskalation in Libyen vereinbart worden. So verpflichteten sich die in den Konflikt verwickelten ausländischen Staaten, die Konfliktparteien nicht weiter zu unterstützen und das bestehende Waffenembargo einzuhalten. Es gelangen seither aber weiterhin Waffen ins Land, auch gab es immer wieder Kämpfe.


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