30.04.2020, 01:38 Uhr

Osnabrück (AFP) Gewerkschaft fordert mehr Unterstützung für Hotel- und Gastronomiebranche

Merkel berät am Donnerstag erneut mit Länderchefs über Corona-Maßnahmen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert eine verstärkte staatliche Unterstützung des Hotel- und Gaststättengewerbes in der Corona-Krise. Es müsse "ganz dringend" über einen Rettungsschirm für die Branche nachgedacht werden, sagte der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe). Er schlug unter anderem vor, die Mehrwertsteuer für Hotels für ein halbes Jahr ganz zu streichen.

Auch staatliche Mietzuschüsse seien eine Möglichkeit, Not leidenden Unternehmen zu helfen. Die von den Grünen vorgeschlagenen Konsumgutscheine für jeden Bürger in Höhe von 250 Euro nannte der Gewerkschaftschef eine gute Idee. "Auch Hotels und alle Urlaubseinrichtungen sollten davon umfasst sein."

Der NGG-Chef geht nach eigenen Worten nicht davon aus, dass sich die Lage in der Branche zeitnah normalisieren wird. Bei der Wiedereröffnung von Kneipen, Restaurants oder Hotels müsse der Schutz der Beschäftigten und Gäste an oberster Stelle stehen. Dem müsse "im Zweifelsfall die Wiedereröffnung untergeordnet werden".

Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er hoffe auf weitere Beschlüsse zur Corona-Krise bei den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag. Dabei habe für die Länder die Frage, ob weitere Hilfsprogramme etwa für Restaurants und Gaststätten aufgelegt werden sollten, große Bedeutung.

Die große Koalition hatte in der vergangenen Woche beschlossen, dass für Restaurants ab Juli für ein Jahr der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent gelten soll. Für Hotelübernachtungen gilt schon seit zehn Jahren der Steuersatz von sieben Prozent.

In der Videokonferenz der Kanzlerin mit den Länderchefs am Donnerstag soll es unter anderem um die Frage gehen, inwiefern bundesweit wieder Gottesdienste oder andere religiöse Veranstaltungen stattfinden können. Weiterreichende Entscheidung über neue Lockerungen und Öffnungen werden aber erst von der kommenden Bund-Länder-Beratung am 6. Mai erwartet.


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