29.04.2020, 11:40 Uhr

Washington (AFP) Zahl der Corona-Toten in den USA übersteigt US-Opferbilanz des Vietnam-Krieges


Trump ordnet Fortsetzung der Fleischproduktion in Krisenzeiten an

Die Zahl der Todesopfer in den USA durch das neuartige Coronavirus hat nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen die Zahl der während des Vietnam-Krieges getöteten US-Bürger überschritten. Bis Dienstagabend starben demnach 58.365 Menschen in den USA nach einer Infektion mit dem Coronavirus, gut hundert mehr als während des Vietnam-Krieges. US-Präsident Donald Trump wies derweil die Fleischfabriken des Landes an, trotz zahlreicher Corona-Fälle bei ihren Mitarbeitern die Produktion fortzusetzen.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in den Vereinigten Staaten stieg am Dienstag auf mehr als eine Million. Das sind rund ein Drittel aller weltweit nachgewiesenen Fälle. Zwei Kunstflugstaffeln flogen am Dienstag in Formation über New York, um die Leistungen des Pflegepersonals im Kampf gegen das Coronavirus zu würdigen. Zahlreiche New Yorker gingen auf die Straßen, um das Spektakel zu verfolgen.

Aus Sorge um die Versorgungssicherheit ordnete Trump am Dienstag an, die Produktion in der fleischverarbeitenden Industrie des Landes müsse trotz des Coronavirus fortgesetzt werden. In einem von ihm unterzeichneten Dekret wird die Fleischindustrie als wesentlicher Wirtschaftssektor eingestuft, der in nationalen Krisenzeiten weiterlaufen muss. Mehrere Fleischfabriken hatten zuvor wegen der Ausbreitung des Coronavirus in ihrer Belegschaft geschlossen.

Nach Angaben der Branchengewerkschaft UFCW sind bislang mindestens 20 Beschäftige der Fleischindustrie nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Mehr als 5000 Beschäftigte zeigten demnach Symptome der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Trump erwägt derweil verpflichtende Corona-Tests für Flugpassagiere aus dem Ausland. Darüber solle bald entschieden werden, sagte er am Dienstag. Als ein mögliches Land, das von dieser Regelung betroffen sein könnte, nannte der Präsident Brasilien.

Die USA haben bereits Einreiseverbote für Reisende aus China und Europa verhängt. Wie lange die Verbote in Kraft bleiben, ist bislang unklar.

Der Bundesstaat Kalifornien kündigte unterdessen an, den Beginn des neuen Schuljahrs möglicherweise auf Juli vorzuziehen. Da die Schulen wegen des Coronavirus bereits seit März geschlossen sind, müsse man sich eingstehen, dass es einen "Lernverlust" gebe, sagte Gouverneur Gavin Newsom. Um diesen wettzumachen, solle das neue Schuljahr möglicherweise bereits Ende Juli oder Anfang August beginnen. Der genaue Zeitplan hänge vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab.


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