29.04.2020, 13:13 Uhr

Gelsenkirchen (AFP) 28-jähriger SEK-Beamter bei Einsatz in Gelsenkirchen erschossen

Streifenwagen.
Quelle: AFP/Archiv/INA FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/INA FASSBENDER)Streifenwagen. Quelle: AFP/Archiv/INA FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/INA FASSBENDER)

Landesinnenminister Reul: "Schwarzer Tag für nordrhein-westfälische Polizei"

Bei einem Polizeieinsatz in Gelsenkirchen ist am Mittwochmorgen ein 28-jähriger SEK-Beamter erschossen worden. Ein 29-jähriger Beschuldigter in einem Drogenverfahren feuerte bei der Vollstreckung eines Durchsuchungsbefehls auf die Einsatzkräfte, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ein Schuss traf den Polizisten, der wenig später in einem Krankenhaus starb. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von einem "schwarzen Tag für die nordrhein-westfälische Polizei".

Der Täter wurde festgenommen. Das SEK war laut Polizei zu der Durchsuchung im Stadtteil Buer hinzugezogen worden, weil den Ermittlern Hinweise auf eine Bewaffnung des 29-Jährigen vorlagen. Die weiteren Ermittlungen in dem Fall übernahm die Polizei in Krefeld.

Reul erklärte, der Tod des jungen Beamten führe "schmerzhaft vor Augen, welches Risiko die Polizistinnen und Polizisten in unserem Land jeden Tag eingehen, um die Bürgerinnen und Bürger zu schützen". "Ihr Beruf ist lebensgefährlich, das wissen wir", fügte Reul hinzu. "Umso erschreckender und gnadenloser trifft uns der Tod dieses Kollegen."

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte mit Bestürzung und Fassungslosigkeit auf den Tod des 28-Jährigen, der dem SEK Münster angehörte. Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen habe der Täter zweimal durch die Wohnungstür auf die Beamten geschossen, erklärte die GdP Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Die Gewerkschaft bewertete die Tat als Mord. "Wer gezielt auf Polizisten schießt, um sich der Strafverfolgung zu entziehen, nimmt deren Tod bewusst in Kauf und muss deshalb mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden", forderte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Maatz. In der jüngsten Vergangenheit hätten Gerichte das zum Teil anders gesehen. "Das muss sich dringend ändern."


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