28.04.2020, 14:08 Uhr

Berlin (AFP) Guterres fordert politischen Willen für mehr Klimaschutz

UN-Generalsekretär António Guterres.
Quelle: AFP/Archiv/Angela Weiss (Foto: AFP/Archiv/Angela Weiss)UN-Generalsekretär António Guterres. Quelle: AFP/Archiv/Angela Weiss (Foto: AFP/Archiv/Angela Weiss)

UN-Generalsekretär: Corona-Krise für Abkehr von fossiler Energie nutzen

UN-Generalsekretär António Guterres hat auf dem Petersberger Klimadialog stärkeren politischen Willen zu mehr Klimaschutz eingefordert. Er kämpfe "für einen erheblich größeren Ehrgeiz bei der Verringerung der Emissionen, bei der Anpassung an Klimafolgen und deren Finanzierung", sagte Guterres am Dienstag auf dem Dialogforum, das wegen der Corona-Pandemie als Videokonferenz stattfindet. Das entscheidende Ziel bleibe dabei weltweite Treibhausgasneutralität bis 2050.

Guterres rief dazu auf, die Überwindung der Corona-Krise auch für Fortschritte bei Klimaschutz und globaler Gerechtigkeit zu nutzen. Wenn jetzt Billionen Dollar ausgegeben würden, müsse dies auch eine schnellere Dekarbonisierung, die Schaffung "grüner Jobs" und nachhaltigeres Wachstum bedeuten. Das Geld dürfe nicht für "veraltete, schmutzige, CO2-intensive Industrien verschwendet werden". Subventionen für fossile Energien müssten abgeschafft werden, forderte der UN-Generalsekretär.

Er begrüßte, dass bereits mehr als hundert Länder ehrgeizigere Klimaziele für dieses Jahr angekündigt hätten. Jetzt müsse auch die EU hier "globale Führung" zeigen und bis Ende des Jahres schärfere Emissionsziele für die Zeit bis 2030 vorlegen. "Das vergangene Jahr war das zweitheißeste bisher überhaupt", unterstrich Guterres die Dringlichkeit des Handelns. Jedes Zögern werde nur mehr Kosten verursachen, sowohl was den Verlust von Menschenleben angehe als auch wirtschaftliche Verluste.

"Die höchsten Kosten sind die des Nichtstuns", warnte der UN-Generalsekretär. Es müssten jetzt dringend Maßnahmen beschlossen werden, um die Treibhausgasemissionen so weit zu verringern, dass die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden könne. Guterres sprach auch die Frage der Klimafinanzierung an. Er erinnerte an das Versprechen der Industriestaaten, ärmeren Ländern pro Jahr 100 Milliarden Dollar für Anpassungsmaßnahmen und das Überwinden von Klimafolgen zur Verfügung zu stellen.

Die Corona-Krise habe gezeigt, "wie zerbrechlich unsere Gesellschaften und Wirtschaftssysteme sind", sagte Guterres weiter. Zugleich habe es die weltweite Ungleichheit noch deutlicher gemacht, die ein Erreichen der weltweiten Nachhaltigkeitsziele bedrohe. Die Antwort darauf könne nur "mutige, visionäre und gemeinsame Führung sein", forderte der UN-Generalsekretär. Nationale Isolation sei keine Lösung. Dies gelte für das Überwinden der Pandemie und ihrer Folgen ebenso wie für die Klima-Krise.


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