27.04.2020, 13:27 Uhr

Essen (AFP) Bundesforstministerin Klöckner sorgt sich wegen neuerlicher Dürre um Wälder

Drohnenbild eines Waldes bei Coesfeld im März.
Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)Drohnenbild eines Waldes bei Coesfeld im März. Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)

Warnung vor "riesigem Stresstest" - Bereits im vorigen Jahr Hilfspaket aufgelegt

Angesichts der neuerlichen anhaltenden Dürre hat Bundesforstministerin Julia Klöckner (CDU) sich besorgt über den Zustand der Wälder in Deutschland geäußert. "In den vergangenen Wochen hat es in vielen Teilen Deutschlands viel zu wenig Niederschlag gegeben", sagte Klöckner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Montag. "Unsere Wälder sind einem riesigen Stresstest ausgesetzt."

Der zurückliegende milde Winter könne die Situation zusätzlich verschlimmern, weil dadurch das Überleben von Baumschädlingen wie Borkenkäfern begünstigt worden sei, sagte Klöckner. Bereits in den vergangenen zwei Jahren war es in Deutschland zu trocknen, was nach Angaben von Behörden und Fachleuten direkt oder indirekt zu großflächigen Waldschäden in ungekanntem Ausmaß führte. Zu den indirekten Schäden zählt Schädlingsbefall an geschwächten Bäumen.

Im vergangenen Jahr eskalierte die Situation derart, dass Bund und Länder bei einem nationalen Waldgipfel ein großangelegtes Hilfs- und Rettungsprogramm über fast einer Milliarde Euro auflegten. Das Geld soll über einen Zeitraum von vier Jahren bereitstehen, um zerstörte Waldflächen aufzuforsten, Waldbesitzer zu unterstützen und Waldumbauprogramme zu finanzieren. Laubmischwälder gelten als weniger stressanfällig als die verbreiteten Nadelholzplantagen.

Klöckner informierte sich am Montag in einer Videokonferenz mit Vertretern von Waldeigentümern und Forstwirtschaft über die aktuelle Lage. Dabei sei es unter anderem auch um die aktuell hohe Waldbrandgefahr in vielen Regionen gegangen, hieß es aus ihrem Ministerium. Auch über die Fördermöglichkeiten beim Waldumbau und beim Abtransport von Totholz aus zerstörten Waldflächen sei gesprochen worden.

Die FDP im Bundestag forderte am Montag den Einsatz von Bundeswehr und Technischem Hilfswerk (THW) bei der Räumung von Schadholz. Dies sei angesichts der "dramatischen Borkenkäferplagen" als "Ad-hoc-Maßnahme" sinnvoll und notwendig, erklärte Vizefraktionschef Frank Sitta in Berlin. Bundeswehr und THW könnten "mit freien Kapazitäten" helfen. Staatliche Hilfsgelder allein beseitigten dagegen noch kein Schadholz.


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