24.04.2020, 19:41 Uhr

Washington (AFP) Biden nach Trump-Äußerungen: "Bitte trinkt kein Bleichmittel"

Früherer US-Präsident Joe Biden.
Quelle: AFP/Archiv/SAUL LOEB (Foto: AFP/Archiv/SAUL LOEB)Früherer US-Präsident Joe Biden. Quelle: AFP/Archiv/SAUL LOEB (Foto: AFP/Archiv/SAUL LOEB)

Designierter US-Präsidentschaftskandidat zeigt sich fassungslos über Rivalen

Der designierte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat sich fassungslos über Äußerungen von Präsident Donald Trump zu Desinfektionsmitteln als mögliche Corona-Behandlungsmethode gezeigt. "Ich kann nicht glauben, dass ich das sagen muss, aber bitte trinkt kein Bleichmittel", schrieb der frühere Vizepräsident, der Trump im November herausfordern wird, am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Trump hatte am Donnerstagabend angeregt, eine Behandlung von Coronavirus-Patienten mit Lichtbestrahlung oder sogar der Injektion von Desinfektionsmitteln zu prüfen. Er bezog sich dabei auf Erkenntnisse, dass Sonnenlicht und Desinfektionsmittel Viren töten können - wohlgemerkt auf Oberflächen oder in der Luft, nicht im menschlichen Körper. Mediziner warnten umgehend eindringlich davor, sich Desinfektionsmittel zu spritzen oder zu schlucken.

Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC sah sich zu einer Klarstellung genötigt: "Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel für den Haushalt können Gesundheitsprobleme verursachen, wenn sie unsachgemäß verwendet werden", warnte die Behörde im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Folgen Sie den Anweisungen auf den Produktetiketten, um eine sichere und effektive Anwendung sicherzustellen."

Die Krisenmanagement-Behörde des Bundesstaates Maryland erklärte, Anrufe mit Fragen zum Einsatz von Desinfektionsmitteln gegen Covid-19 erhalten zu haben. Die Behörde warnte, Desinfektionsmittel sollten "unter keinen Umständen" geschluckt oder in den menschlichen Körper gespritzt werden.

Trump selbst sagte am Freitag, seine Äußerungen seien "sarkastisch" gemeint gewesen. "Ich habe eine sarkastische Frage an Reporter wie Sie gestellt, nur um zu sehen, was passiert", sagte er zu Journalisten im Weißen Haus. Allerdings hatte Trump sich am Donnerstag bei seinen Ausführungen eindeutig an seine Gesundheitsexperten gewandt und ihnen nahegelegt, die Möglichkeit solcher Behandlungsmethoden zu "testen".


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