24.04.2020, 07:36 Uhr

Wiesbaden (AFP) Ärzte haben längste Wochenarbeitszeiten im Gesundheitswesen

Krankenhaus in Aachen.
Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)Krankenhaus in Aachen. Quelle: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Archiv/Ina FASSBENDER)

Pfleger arbeiten dafür häufiger im Schichtdienst und an Wochenenden

Ärzte haben in Deutschland die längsten Wochenarbeitszeiten im Gesundheitswesen. Ein Drittel der Mediziner (32 Prozent) arbeitete 2018 mehr als 48 Stunden pro Woche, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Damit gehören die rund 445.000 Ärzte auch abseits der Corona-Krise zu den Berufsgruppen mit besonders langen Arbeitszeiten. Pflegekräfte arbeiten indes häufiger im Schichtdienst und an Wochenenden.

Von den insgesamt mehr als vier Millionen Erwerbstätigen im Gesundheits- und Pflegebereich hatten nur sechs Prozent eine so lange Wochenarbeitszeit wie Ärzte. Darunter waren gut 1,1 Millionen Kranken- sowie knapp 700.000 Altenpfleger.

Zwar lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Vollzeitkräfte in den Gesundheitsberufen mit 41 Stunden genau im Durchschnitt aller Berufsgruppen. Sie arbeiteten aber sehr viel häufiger im Schichtdienst und an Wochenenden.

Mit 53 Prozent arbeitete mehr als jeder zweite Erwerbstätige im Gesundheits- und Pflegebereich 2018 am Wochenende und mit 32 Prozent knapp ein Drittel in Schichten. Besonders häufig machten Alten- und Krankenpfleger mit 56 Prozent beziehungsweise 60 Prozent Schichtdienst, bei Ärzten lag der Anteil dagegen mit 16 Prozent deutlich niedriger.

Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei der Wochenendarbeit. So gingen 75 Prozent der Kranken- und 80 Prozent der Altenpfleger regelmäßig samstags und sonntags zum Dienst, während dies bei den Ärzten mit 55 Prozent nur rund jeden Zweiten betraf.

Dafür arbeiten Ärzte häufiger über ihren 65. Geburtstag hinaus. 2018 waren neun Prozent der Mediziner 65 Jahre und älter. Der Anteil war damit dreimal so hoch wie in den Gesundheits- und Pflegeberufen insgesamt sowie unter allen Erwerbstätigen.

Der Frauenanteil im Gesundheitswesen ist zudem besonders hoch. Mit 79 Prozent sind vier von fünf Erwerbstätigen weiblich. Noch höher waren 2018 mit 98 Prozent die Frauenanteile bei Arzt- und Praxishilfen sowie mit jeweils 84 Prozent in der Haus- und Familienpflege, in medizinisch-technischen Berufen in Laboratorien oder Radiologien und in der Altenpflege. Dagegen war mit 47 Prozent nur knapp die Hälfte aller Ärzte weiblich.

Gesundheits- und Pflegeberufe bleiben auch in naher Zukunft eine weibliche Domäne: Unter den 15- bis 24-Jährigen lag der Männeranteil in diesen Berufen 2018 bei gerade einmal 19 Prozent. Unter den 25- bis 34-Jährigen, die dann auch die fertig ausgebildeten Ärzte umfassen, betrug der Männeranteil 22 Prozent. Die Daten stammen aus einer Sonderauswertung von Ergebnissen des Mikrozensus 2018.


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