21.04.2020, 13:13 Uhr

New York (AFP) UN-Vollversammlung fordert gleichberechtigten Zugang zu Corona-Impfstoff

Desinfektionsmittel im UN-Hauptquartier in New York.
Quelle: AFP/Archiv/TIMOTHY A. CLARY (Foto: AFP/Archiv/TIMOTHY A. CLARY)Desinfektionsmittel im UN-Hauptquartier in New York. Quelle: AFP/Archiv/TIMOTHY A. CLARY (Foto: AFP/Archiv/TIMOTHY A. CLARY)

Weltweit schon mehr als 170.000 Tote durch Pandemie

Angesichts der anhaltenden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus herrscht weltweit Sorge um einen gleichberechtigten Zugang zu künftigen Impfstoffen und anderen Mitteln gegen den Erreger. Die UN-Vollversammlung verabschiedete am Montag (Ortszeit) in New York einstimmig eine Resolution mit der Forderung, Wirkstoffe gegen das Virus gerecht zu verteilen. Die Zahl der weltweiten Corona-Toten stieg am Dienstag auf mindestens 170.000.

Die 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen dringen in ihrer Resolution darauf, dass künftige Medikamente sowie Impfstoffe gegen das Virus in "gerechter, transparenter, gleichberechtigter und effizienter" Form allen Ländern mit entsprechendem Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Dies gelte besonders für die Entwicklungsländer.

An UN-Generalsekretär António Guterres appellierte die Vollversammlung, Vorkehrungen für eine faire weltweite Verteilung von Präventionsmitteln, Tests sowie künftigen Medikamenten und Seren im Kampf gegen die Pandemie zu treffen. An Medikamenten und Impfstoffen gegen das neuartige Virus wird derzeit weltweit unter Hochdruck geforscht.

In der Resolution wird auch die "entscheidende Rolle" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben. US-Präsident Donald Trump hatte der UN-Unterorganisation in den vergangenen Tagen schweres "Missmanagement" in der Corona-Krise und einen Stopp der US-Zahlungen an die WHO verkündet. Dennoch wurde die jetzige, völkerrechtlich nicht bindende Resolution der UN-Vollversammlung auch von den USA unterstützt.

Durch die Coronavirus-Pandemie sind weltweit nach offiziellen Angaben bereits 170.226 Menschen ums Leben gekommen, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP ergaben. 106.737, also rund zwei Drittel der Todesopfer, wurden in Europa registriert. Das Land mit der höchsten Opferzahl weltweit sind die USA mit 42.364 Corona-Toten, gefolgt von Italien mit 24.114 Toten und Spanien mit 21.282 Toten.

In Frankreich wurden bis Dienstag 20.265 Todesopfer gezählt, in Großbritannien 16.509. In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 4598 Todesopfer, insgesamt 143.457 Infektionen wurden demnach bislang hierzulande nachgewiesen.

Weltweit beläuft sich die Zahl der offiziell bestätigten Infektionsfälle auf 2.483.086. Weil vielerorts nur Patienten mit deutlichen Symptomen getestet werden, dürfte die wirkliche Zahl Experten zufolge aber deutlich höher liegen.

Spanien meldete nach dem Rückgang bei der Zahl der neuen Corona-Toten auf den niedrigsten Stand seit vier Wochen am Dienstag wieder einen leichten Anstieg. 430 Infizierte seien in den vergangenen 24 Stunden gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit.

Wegen der Corona-Krise wurde am Dienstag wie auch das Münchner Oktoberfest das weltberühmte Stiertreiben im nordspanischen Pamplona abgesagt, das üblicherweise alljährlich im Juli hunderttausende Besucher aus aller Welt anzieht. Pamplonas Stadtrat begründete die Absage der San-Fermín-Feier damit, "dass der Kampf gegen Covid-19 zu einer globalen Priorität geworden ist und dass es keine andere Option für solch großen und internationalen Feierlichkeiten gibt".

Auch in Großbritannien legt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben derzeit lahm. Königin Elizabeth II. konnte am Dienstag ihren 94. Geburtstag nicht mit ihrer Familie, sondern nur mit ihrem Mann Prinz Philip auf Schloss Windsor feiern. Auf die sonst üblichen Salutschüsse zu ihren Ehren verzichte die Queen. Ihr ältester Sohn Charles und ihr Enkel William gratulierten mit Online-Botschaften.


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