20.04.2020, 13:32 Uhr

Oslo (AFP) Kitas in Norwegen öffnen wieder

Kinder auf dem Spielplatz einer Kita in Oslo.
Quelle: AFP/Pierre-Henry DESHAYES (Foto: AFP/Pierre-Henry DESHAYES)Kinder auf dem Spielplatz einer Kita in Oslo. Quelle: AFP/Pierre-Henry DESHAYES (Foto: AFP/Pierre-Henry DESHAYES)

Kinder werden in Kleingruppen betreut - Öffnung kleiner Betriebe in Dänemark

In Norwegen sind seit Montag die Kitas wieder geöffnet. Die Kinder, die wegen der Coronavirus-Pandemie einen Monat zu Hause bleiben mussten, werden zunächst aber nur in Kleingruppen betreut. In einer Woche sollen in Norwegen auch die Grundschulen wieder öffnen. In Dänemark dürfen seit Montag kleine Betriebe wie Friseure wieder öffnen.

Die Regierung in Oslo hatte vor zwei Wochen eine schrittweise Aufhebung der strikten Einschränkungen angekündigt, weil die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Norwegen "unter Kontrolle" sei. Sie will die Pandemie nun mit einer Tracking-App und vermehrten Tests eindämmen.

Für die wiedereröffneten Kitas gelten strenge Auflagen: Kinder unter drei Jahren werden zunächst nur in Kleingruppen von bis zu drei Kindern betreut, Kinder zwischen drei und sechs Jahren in Gruppen von bis zu sechs Kindern.

Die Wiedereröffnung der Kitas ist allerdings nicht unumstritten. "In die Kita zu gehen, ist sicher", sagte Bildungsministerin Guri Melby. Laut einer Umfrage, die der öffentlich-rechtliche Rundfunksender NRK am Wochenende veröffentlichte, wollten aber 24 Prozent der Eltern ihre Kinder nicht in die Kita schicken, 13 Prozent waren noch unsicher.

Eine Eltern-Petition gegen die Kita-Öffnung sammelte fast 30.000 Unterschriften. Besorgte Eltern haben sich zudem in der Facebook-Gruppe "Mein Kind soll kein Versuchskaninchen für Covid-19 sein" vernetzt.

Am Montag durften in Norwegen, wo inzwischen gut 7000 nachgewiesene Infektions- und 154 Todesfälle gemeldet wurden, auch Physio- und Psychotherapeuten ihre Arbeit wieder aufnehmen. Bars und die meisten Restaurants bleiben aber geschlossen. Kultur- und Sportveranstaltungen sind noch bis mindestens Mitte Juni verboten.

In Dänemark, wo mehr als 7700 Infektionsfälle und rund 355 Todesfälle registriert wurden, dürfen seit Montag kleine Betriebe wieder öffnen. Zahnärzte, Friseur- und Massage-Salons,Tattoo-Studios und Fahrschulen müssen sich allerdings an strenge Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hatte vor zwei Wochen eine schrittweise Aufhebung der Beschränkungen angekündigt. Bereits seit vergangener Woche sind die Grundschulen und Kitas wieder geöffnet.

Die Dänen sollen aber weiter mindestens zwei Meter Abstand halten, Versammlungen von mehr als zehn Menschen sind verboten. Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Sportanlagen bleiben noch mindestens bis zum 10. Mai geschlossen. Auch für Oberschüler und Gymnasiasten geht die Schule erst am 10. Mai wieder los.

Norwegen und Dänemark gehören zu den ersten europäischen Ländern, die ihre Corona-Maßnahmen wieder gelockert haben. In ganz Europa sind laut einer auf offiziellen Angaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP inzwischen mehr als 104.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben - das sind fast zwei Drittel der mehr als 165.000 Todesfälle weltweit.

Die meisten Todesopfer in Europa hat Italien zu beklagen, dort starben mehr als 23.600 Infizierte. Weltweit liegt diese Zahl nur in den USA höher, wo mehr als 40.600 Corona-Patienten starben. Mit rund 20.500 Toten ist Spanien am drittstärksten betroffen. Die Zahl der neuen Corona-Todesfälle in Spanien sank am Montag allerdings auf unter 400 - das war der niedrigste Wert seit vier Wochen.

In einigen asiatischen Ländern sorgt unterdessen ein erneuter Anstieg der Neuinfektionen für Beunruhigung. Singapur verzeichnete am Montag einen Rekord-Anstieg von mehr als 1400 Fällen. Auch in Japan sind Experten alarmiert über hunderte neue Fälle pro Tag.

Experten sind inzwischen sogar skeptisch, ob die um ein Jahr verschobenen Olympischen Sommerspiele in Tokio im kommenden Jahr stattfinden können. "Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass die Olympischen Spiele im kommenden Jahr ausgetragen werden können", sagte der Professor Kentaro Iwata von der Universität Kobe am Montag.


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