20.04.2020, 12:35 Uhr

Tokio (AFP) Virusexperte skeptisch hinsichtlich Olympia-Austragung 2021 in Tokio

Olympia soll nun eigentlich 2021 stattfinden.
Quelle: AFP/Archiv/Behrouz MEHRI (Foto: AFP/Archiv/Behrouz MEHRI)Olympia soll nun eigentlich 2021 stattfinden. Quelle: AFP/Archiv/Behrouz MEHRI (Foto: AFP/Archiv/Behrouz MEHRI)

Corona-Zahlen steigen in Japan wieder an

Experten in Japan sehen die dortige Austragung der Olympischen Spiele im kommenden Jahr angesichts der Corona-Pandemie kritisch. "Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass die Olympischen Spiele im kommenden Jahr ausgetragen werden können", sagte der Professor für Infektionskrankheiten an der Universität Kobe, Kentaro Iwata, am Montag bei einer Pressekonferenz in Tokio.

Selbst wenn Japan die Pandemie im kommenden Sommer unter Kontrolle haben sollte, gehe er nicht davon aus, dass dies überall auf der Welt der Fall sein werde, sagte Iwata mit Blick auf Athleten und Zuschauer, die aus aller Welt nach Japan kommen würden. Er sei mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Sommer deshalb "sehr pessimistisch". Er halte eine Austragung nur dann für denkbar, wenn diese etwa "ohne Publikum oder mit sehr geringer Beteiligung" stattfinde.

Die Olympischen Spiele hatten eigentlich in diesem Sommer in Tokio stattfinden sollen. Im März einigten sich Japan und das Internationale Olympische Komitee (IOC) dann darauf, die Spiele wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr auf Juli 2021 zu verschieben.

Auch in Japan steigen die Infektionszahlen derzeit wieder an. Die bestätigten Fälle gingen zuletzt über die Marke von 10.000 hinaus; 171 Menschen starben. Damit liegt Japan zwar weit hinter den schwer getroffenen Ländern Europas, dennoch sind die Fallzahlen die höchsten in Asien nach China und Indien. In Südkorea gibt es etwa so viele Fälle wie in Japan.

Experten zeigten sich zuletzt alarmiert über einen neuen Anstieg der Zahlen in Japan mit hunderten neuen Fällen pro Tag. Japanische Mediziner warnten, es müsse mehr getan werden, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. Zahlreiche Geschäfte und sogar Restaurants sind in Japan weiter geöffnet.

Experte Iwata sagte am Montag, Japans anfängliche Strategie mit begrenzten Tests und intensiver Kontaktnachverfolgung habe zunächst funktioniert, als die Zahlen noch überschaubar waren. Später habe Japan sich aber nicht an die steigenden Zahlen angepasst. Tokio müsse seine Strategie schnellstens ändern.


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