18.04.2020, 03:40 Uhr

Berlin (AFP) THW-Präsident sieht leichte Entspannung bei Versorgung mit Corona-Schutzmaterial

Lufttransport von Corona-Infizierten.
Quelle: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER (Foto: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER)Lufttransport von Corona-Infizierten. Quelle: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER (Foto: AFP/Archiv/JENS SCHLUETER)

Technisches Hilfswerk registriert sinkenden Bedarf - warnt aber vor Rückfall

Bei der Versorgung mit dringend benötigtem medizinischen Schutzmaterial zeichnet sich nach Wochen der Krise in Deutschland eine leichte Entspannung ab. "Die Versorgungslage verbessert sich, das ist momentan die Botschaft", sagte der Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), Gerd Friedsam, der Nachrichtenagentur AFP. Bei manchen Gütern - etwa Schutzhandschuhen und Desinfektionsmitteln - könne der Bedarf des THW inzwischen weitgehend erfüllt werden.

Diese Erfolge im Einsatz gegen die Corona-Pandemie könnten aber schnell wieder zunichte gemacht werden - nämlich dann, wenn die Infektionszahlen wieder steigen, warnte Friedsam. "Wenn die Lockerungen jetzt zu Umkehrungen führen würden, kann das nächste Woche wieder ganz anders aussehen", sagte der THW-Präsident, dessen Organisation für die Bundesregierung die Verteilung von Schutzmaterialien an die Bundesbehörden organisiert. "Wir müssen an dem hohen Schutzniveau festhalten - bei allem Druck, viele Dinge wieder zur Normalität zurückkehren zu lassen."

Probleme gibt es nach Friedsams Angaben derzeit immer wieder mit der Qualität der angelieferten Schutzmaterialien. "Es gibt Ware, die muss einfach aussortiert werden, weil sie nicht den Standards entspricht", sagte der Präsident des THW. Diese Probleme mit Lieferungen aus dem Ausland seien zwar "überschaubar", sagte er. "Es wäre aber schön, wenn noch mehr aus eigener Produktion in Deutschland kommen würde."

In den vergangenen Wochen bewegte das THW nach Friedsams Worten rund 10.000 Euro-Paletten mit medizinischer Schutzausstattung - das entspreche rund 1000 Tonnen Fracht. Die logistischen Kapazitäten des Hilfswerks seien dabei noch keinesfalls ausgelastet. "Da geht noch mehr", sagte Friedsam. "Die Flächen, die uns zur Verfügung stehen, reichen aus, um noch mehr Material entgegenzunehmen und umzuschlagen."

In den vergangenen Woche seien jeweils rund 1000 THW-Mitarbeiter pro Tag im Einsatz gegen die Pandemie gewesen, die Hälfte von ihnen in der Logistik. In einigen Bereichen stelle das THW inzwischen einen langsamen Rückgang der Nachfrage fest, sagte Friedsam. "Der Aufbau von Teststellen nimmt leicht ab", sagte er. Die als Vorsichtsmaßnahme aufgebauten Behelfskrankenhäuser seien in vielen Regionen derzeit nicht ausgelastet.

"Da kann man feststellen, dass die Bedarfe zurückgehen", sagte Friedsam. "Da kommen wir vor die Lage" - das heiße, das THW könne den Anforderungen gerecht werden.

Das THW hat für die Bundesregierung zentrale Aufgaben bei der Verteilung dringend benötigter Schutzmaterialien übernommen. Zudem richten THW-Einsatzkräfte mobile Teststellen ein, bauen Behelfskrankenhäuser auf und transportieren Proben. Des weiteren unterstützen THW-Fachberater Krisenstäbe in Bundesländern, Landkreisen und Kommunen.


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