15.04.2020, 13:13 Uhr

Paris (AFP) Mehr als zwei Millionen Menschen weltweit mit Coronavirus infiziert

Eltern mit ihren Kindern vor einer Schule nördlich von Kopenhagen.
Quelle: Ritzau Scanpix/AFP/Ólafur Steinar Gestsson (Foto: Ritzau Scanpix/AFP/Ólafur Steinar Gestsson)Eltern mit ihren Kindern vor einer Schule nördlich von Kopenhagen. Quelle: Ritzau Scanpix/AFP/Ólafur Steinar Gestsson (Foto: Ritzau Scanpix/AFP/Ólafur Steinar Gestsson)

Dänemark öffnet erste Schulen wieder

Nach und nach lockern viele Länder in Europa ihre Corona-Schutzmaßnahmen: Als erstes europäisches Land öffnete Dänemark am Mittwoch nach einmonatiger Schließung die Schulen wieder. Weltweit haben sich inzwischen nach offiziellen Angaben mehr als zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die Hälfte der Fälle entfällt auf Europa, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP vom Mittwoch hervorgeht.

Trotz der steigenden Corona-Zahlen lockern immer mehr Länder ihre Schutzmaßnahmen. In Österreich und Italien dürfen seit Dienstag außer Supermärkten und Apotheken auch einige kleinere Geschäfte wieder öffnen, in Spanien kehrten Fabrik- und Bauarbeiter am Montag zur Arbeit zurück.

Dänemark ist nun das erste Land in Europa, das auch seine Grundschulen und Kitas wieder öffnet. Diese waren seit dem 12. März geschlossen. Vorgeschrieben ist ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Schulbänken, in die Pause dürfen die Schüler nur in kleinen Gruppen.

Allerdings nahmen nur rund die Hälfte der Grundschulen des Landes und 35 Prozent der Einrichtungen in der Hauptstadt Kopenhagen den Unterricht wieder auf. Die übrigen hatten um mehr Zeit gebeten, um sich auf die neuen Hygiene-Regeln einzustellen. Bis kommenden Montag sollen alle Grundschulen des Landes wieder öffnen.

Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs ist nicht unumstritten. Eine Eltern-Petition dagegen sammelte bis Dienstag 18.000 Unterschriften. Viele Eltern fürchten, die Kinder könnten das Virus in die Familien tragen.

In der Nörrebro Park Skole in Kopenhagen herrschte indes am Mittwoch Freude bei den Kindern und Erleichterung bei den Eltern. "Ich denke, es ist eine gute Sache, dass sie wieder in die Schule gehen. Wir müssen zum Alltag zurückkehren", sagte die zweifache Mutter Caroline der Nachrichtenagentur AFP.

In Österreich kündigte die Regierung am Mittwoch an, ab 1. Mai auch verschiedene Sportstätten für den Breitensport wieder zu öffnen. Ermöglicht werden sollen vorerst nur Aktivitäten im Freien, nicht in der Halle, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete.

Nachdem bereits zahlreiche sportliche Großereignisse wegen der Corona-Krise abgesagt worden waren, wurde am Mittwoch auch die Tour de France verschoben. Das Radrennen werde vom 29. August bis 20. September abgehalten, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. Ursprünglich hätte das Rennen bereits am 27. Juni starten sollen.

Die EU-Kommission legte am Mittwoch einen Plan für eine Rückkehr zur Normalität nach der Corona-Krise vor. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appellierte an die Länder, sich bei der Lockerung der Notfallmaßnahmen möglichst eng abzusprechen.

Von der Leyen berief zudem für den 4. Mai eine internationale Geberkonferenz für die Erforschung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus ein. Die Entwicklung eines Impfstoffes und dessen weltweite Anwendung "ist unsere kollektive beste Chance, das Virus zu besiegen", sagte von der Leyen in Brüssel.

Insgesamt starben bis Mittwoch weltweit mindestens 126.000 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. In Europa, dem am stärksten von der Pandemie betroffenen Kontinent, wurden bis Mittwoch rund eine Million Infizierte und mehr als 85.000 Corona-Tote registriert.

Aus den USA, wo sich der Erreger Sars-CoV derzeit am schnellsten ausbreitet, wurden rund 609.000 Infektionsfälle gemeldet, mehr als 26.000 Menschen starben. Nach den USA ist Italien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land mit rund 162.000 Infizierten und mehr als 21.000 Toten.

Dahinter folgt Spanien mit mehr als 177.000 Infektionsfällen sowie rund 18.000 Todesfällen. Spanien verzeichnete am Mittwoch bei der Zahl der neuen Todesfälle einen leichten Rückgang. Die Zahl der Neuinfektionen stieg jedoch um 5092 und damit auf den höchsten Stand seit sechs Tagen.


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