15.04.2020, 12:53 Uhr

Paris (AFP) Macron bekräftigt Plan zum Wiederaufbau von Notre-Dame binnen fünf Jahren

Notre-Dame vor einem Jahr und heute.
Quelle: AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT (Foto: AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT)Notre-Dame vor einem Jahr und heute. Quelle: AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT (Foto: AFP/GEOFFROY VAN DER HASSELT)

Deutschland schlägt konkrete Beteiligung an Restaurierung vor

Am Jahrestag des Großbrands in der Pariser Kathedrale Notre-Dame hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sein Ziel bekräftigt, die Kirche binnen fünf Jahren wieder aufzubauen. Die Regierung werde "alles tun", um dieses Ziel zu erreichen, sagte Macron in einem am Mittwoch auf der Website des Elysée-Palasts verbreiteten Video. Wegen des Coronavirus seien die Arbeiten an Notre-Dame zwar unterbrochen, doch sollten sie so bald wie möglich wieder aufgenommen werden.

Im Dachstuhl der Kathedrale war am Abend des 15. April vergangenen Jahres während Restaurierungsarbeiten ein Feuer ausgebrochen. Große Teile des Daches sowie der Spitzturm stürzten ein. Als mögliche Ursache des Brandes gelten ein Kurzschluss oder eine achtlos weggeworfene Zigarette.

Die Restaurierungsarbeiten an dem Bauwerk haben noch nicht begonnen, zuletzt liefen immer noch Sicherungsarbeiten, um einen Einsturz zu verhindern. Seit dem 16. März ruhen die Arbeiten wegen des Coronavirus. Nach dem Brand hatte Macron den Franzosen versprochen, die Kirche bis zum Sommer 2024 wieder aufzubauen.

Am Mittwochabend soll im Südturm der Kathedrale die große Glocke läuten. Es ist die einzige Zeremonie zum Gedenken an die Katastrophe.

Deutschland will sich nicht nur mit Geld, sondern auch konkret an der Restaurierung von Notre-Dame beteiligen. In einer gemeinsamen Erklärung zum Jahrestag der Brandkatastrophe schlugen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet als Deutsch-Französischer Kulturbevollmächtigter, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer, vor, die Restaurierung eines Teils der Obergadenfenster zu übernehmen. Die Koordination der Arbeiten soll nach Angaben Laschets von der ehemaligen Dombaumeisterin des Kölner Doms, Barbara Schock-Werner, übernommen werden.

Frankreich könne dabei auf "unsere Unterstützung und fachliche Expertise bauen", sagte Grütters. Deutschland sei es ein "Herzensanliegen, bei dieser gewaltigen Aufgabe weiter an der Seite Frankreichs zu stehen". Frankreichs Kulturminister Franck Riester sprach von einem "starken Symbol der Solidarität", insbesondere inmitten der Corona-Krise.

Nach Angaben Grütters gibt es in Deutschland drei an Dombauhütten angeschlossene Glasrestaurierungswerkstätten, die die Arbeiten übernehmen könnten. Die Kosten könnten von Deutschland übernommen werden.

Ex-Dombaumeisterin Schock-Werner sieht gute Chancen, dass ein Vertrag schon bald zwischen Frankreich und Deutschland zustande kommt. "Ich glaube, wir sind kurz davor tatsächlich einen Vertrag mit Frankreich zu machen", sagte sie dem Sender SWR. Sie glaubt allerdings nicht, dass der Zeitplan für den Wiederaufbau von Notre-Dame eingehalten werden kann. Wegen der Corona-Krise werde er vermutlich "erst im nächsten Jahr begonnen werden können".


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