14.04.2020, 09:57 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Condor verhandelt nach LOT-Absage mit Bund über Unternehmensführung

Flugzeuge von Condor auf dem Flughafen Düsseldorf .
Quelle: AFP/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Ina FASSBENDER)Flugzeuge von Condor auf dem Flughafen Düsseldorf . Quelle: AFP/Ina FASSBENDER (Foto: AFP/Ina FASSBENDER)

Rückzahlung von KfW-Hilfskredit ist eigentlich am Freitag fällig

Die angeschlagene Fluggesellschaft Condor wird nach der Übernahme-Absage der polnischen Airline LOT womöglich bald von einem staatlich bestimmten Treuhänder geführt. Eine Condor-Sprecherin bezeichnete am Dienstag eine solche Eigentümerstruktur als "gar nicht so unwahrscheinliches Szenario". Das Unternehmen sei auf die geplatzte Fusion mit LOT "nicht ganz unvorbereitet" und "in fortgeschrittenen Gesprächen" mit der Bundesregierung, allerdings noch ohne Ergebnis.

Demnach gibt es neben einer Treuhänderstruktur "verschiedene Optionen für die zukünftigen Eigentumsverhältnisse" des Ferienfliegers. Eine teilweise Verstaatlichung hält Condor entgegen entsprechender Spekulationen im derzeitigen "Vakuum" aber für unwahrscheinlich.

In jedem Fall beabsichtigt Condor "nach wie vor, das Schutzschirmverfahren bald zu verlassen", wie die Sprecherin sagte. Die Gesellschaft war im September in den Sog der Insolvenz des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook geraten und hatte einen Überbrückungskredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 380 Millionen Euro bekommen.

Nun laufen laut Condor Verhandlungen über zusätzliche Staatshilfen wegen der Auswirkungen der Corona-Krise - gleichzeitig muss der KfW-Kredit eigentlich bis Freitag zurückgezahlt werden. Auch hier spricht die Fluggesellschaft mit der Bundesregierung über verschiedene Optionen wie eine Refinanzierung oder Umschuldung. Eine Fristverlängerung sei bislang nicht beantragt, aber theoretisch noch möglich, sagte die Sprecherin.

Ursprünglich sollte die Kreditrückzahlung durch den Ende Januar angekündigten Zusammenschluss von Condor und LOT gesichert sein. Die Airline sowie ihre polnische Muttergesellschaft, die Luftfahrtholding PGL, stecken wegen des Coronavirus aber selbst in der Krise und sagten den Kauf am Montag ab.

Condor erklärte, von PGL über den Rücktritt informiert worden zu sein und gemeinsam "mögliche Rahmenbedingungen" dafür definieren zu wollen. "Zudem prüfen wir, wie wir unsere Ansprüche aus den unterschriebenen Kaufverträgen geltend machen werden", sagte die Condor-Sprecherin.


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