14.04.2020, 08:04 Uhr

Tripolis (AFP) Haftar-Truppen in Libyen beschießen Tripolis

Regierungstreue Kämpfer in Sabratha am Montag.
Quelle: AFP/Mahmud TURKIA (Foto: AFP/Mahmud TURKIA)Regierungstreue Kämpfer in Sabratha am Montag. Quelle: AFP/Mahmud TURKIA (Foto: AFP/Mahmud TURKIA)

Pausenlose Raketenangriffe in der Nacht

Nach dem Verlust mehrerer Ortschaften in Libyen haben die Truppen von General Chalifa Haftar die Hauptstadt Tripolis ins Visier genommen. Die ganze Nacht zum Dienstag über wurde die Stadt mit Raketen beschossen, wie AFP-Korrespondenten berichteten. In der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Mitiga wurden mehrere Wohnhäuser getroffen. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Die von der UNO anerkannte Regierung der Nationalen Einheit warf den Haftar-Truppen vor, sich an der Zivilbevölkerung dafür zu rächen, dass sie am Vortag die Kontrolle über mehrere Ortschaften westlich der Hauptstadt an die Regierungsarmee verloren hatten. Am Montag hatte die Armee die Küstenstädte Sorman und Sabratha aus der Hand der Haftar-Truppen zurückerobert und diesen damit eine herbe Niederlage beschert.

Seit dem gewaltsamen Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 herrscht in Libyen Chaos. Die von der UNO anerkannte Einheitsregierung von Fajes al-Sarradsch in Tripolis ist schwach. Ein Großteil des Ostens und Südens des Landes wird von Haftars Truppen kontrolliert. Dieser startete vor einem Jahr eine Offensive auf Tripolis.

Alle internationalen Vermittlungsversuche zu einer Lösung des Konflikts scheiterten bisher. Bei einer internationalen Libyen-Konferenz im Januar in Berlin hatten sich alle in den Konflikt verwickelten Staaten zwar unter anderem verpflichtet, die libyschen Konfliktparteien nicht weiter zu unterstützen und das bestehende Waffenembargo einzuhalten. Es kommen aber weiterhin Waffen ins Land, immer wieder gibt es Kämpfe zwischen beiden Seiten.

Die Bemühungen um eine friedliche Lösung werden auch durch den Einfluss von außen erschwert: So unterstützen Katar und die Türkei die Einheitsregierung, während Haftar von Russland, Saudi-Arabien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten Hilfe bekommt.


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