31.03.2020, 13:50 Uhr

Warschau (AFP) Polen verschärft Ausgangsbeschränkungen gegen Coronavirus

Frau mit Schutzmaske in Warschau.
Quelle: AFP/Archiv/JANEK SKARZYNSKI (Foto: AFP/Archiv/JANEK SKARZYNSKI)Frau mit Schutzmaske in Warschau. Quelle: AFP/Archiv/JANEK SKARZYNSKI (Foto: AFP/Archiv/JANEK SKARZYNSKI)

Kinder und Jugendliche dürfen nur noch mit Erwachsenen vor die Tür

Polen hat seine wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen verschärft. Die Regierung in Warschau kündigte am Dienstag unter anderem verschärfte Bestimmungen für Kinder und Jugendliche an. Wer unter 18 Jahre alt ist, darf nur noch mit einem Erwachsenen vor die Tür. So will die Regierung Jugendliche daran hindern, sich weiterhin in Gruppen zu treffen. Außerdem werden Parks und Hotels geschlossen, die Zahl der Kunden in Geschäften wird begrenzt.

Jeder, der "rücksichtslos und unnötig" das Haus verlasse, trage zu einer Ausweitung der Pandemie bei, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki. "Wir müssen uns strikt an die Regeln zur Einschränkung sozialer Kontakte halten."

Neben Parks und den meisten Hotels müssen in Polen auch Friseur- und Schönheitssalons, Tattoo-Studios und Strände schließen. Leihfahrrad-Stationen in Städten werden stillgelegt. In den noch geöffneten Lebensmittelgeschäften und Apotheken dürfen pro Kasse künftig nur noch drei Kunden gleichzeitig einkaufen. Zwischen 10.00 und 12.00 Uhr dürfen nur Senioren einkaufen.

Die meisten der neuen Bestimmungen sollen am Mittwoch in Kraft treten und zunächst zwei Wochen gelten. Überwacht werden sie von der Polizei, bei Verstößen werden Geldstrafen von 5000 bis 30.000 Zloty (1100 bis 6600 Euro) fällig.

In Polen waren zuvor bereits Schulen, Theater, Schwimmbäder und Museen geschlossen. Restaurants dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten, Versammlungen von mehr als zwei Menschen sind untersagt. Ausländer werden nicht mehr ins Land gelassen. Die Präsidentschaftswahl am 10. Mai hat die Regierung trotz wachsenden Drucks bisher allerdings nicht abgesagt.

In dem EU-Land, das 38 Millionen Einwohner hat, wurden bisher 2132 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen. 31 Menschen starben.


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