30.03.2020, 10:51 Uhr

Berlin (AFP) Kommunalpolitiker der Union wollen einvernehmliche Lösung für CDU-Parteivorsitz

CDU-Logo.
Quelle: AFP/Archiv/MORRIS MAC MATZEN (Foto: AFP/Archiv/MORRIS MAC MATZEN)CDU-Logo. Quelle: AFP/Archiv/MORRIS MAC MATZEN (Foto: AFP/Archiv/MORRIS MAC MATZEN)

Chef von Vereinigung: "Personalauseinandersetzungen" in Corona-Krise vermeiden

In der CDU werden Forderungen laut, die geplante Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz angesichts der Corona-Pandemie zu überdenken. "Das wenigste, was unser Land, was unsere Partei in den nächsten Monaten braucht, sind Personalauseinandersetzungen", sagte der Vorsitzende der kommunalpolitischen Vereinigung der Union, Christian Haase, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Die Beteiligten sollten "ihre persönlichen Befindlichkeiten hintanstellen".

Die Kommunalpolitiker wollten "eine einvernehmliche Lösung" für die Parteispitze vor dem für Dezember geplanten Parteitag, sagte Haase. Die Beteiligten müssten sich deshalb unter Moderation der Vorsitzenden von CDU und CSU zusammensetzen, "bis weißer Rauch aufsteigt".

Auch der Chef der Nachwuchsorganisation Junge Union, Tilman Kuban, wandte sich an die drei Bewerber um den Parteivorsitz: "Die Krise verändert Deutschland und Europa. Ich denke, dass die drei Kandidaten daher die veränderte Situation nach der Krise neu bewerten müssen."

Während der Corona-Krise hatte die CDU in den Umfragen der vergangenen Tage deutliche Zuwächse verzeichnet. Bei mehreren Instituten erzielte die Partei die besten Umfragewerte seit der letzten Bundestagswahl.

Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, riet der CDU zu einer einvernehmlichen Lösung der Führungsfrage. Ein innerparteilicher Machtkampf "wäre etwas, das die Menschen nicht interessiert", sagte Güllner zu AFP. "Wenn Herr Merz, Herr Laschet und Herr Röttgen jetzt rumstreiten, dann führt das zu Irritationen." Wenn die CDU ihre derzeit guten Umfragewerte halten wolle, wäre es "sinnvoll", sich um das Corona-Krisenmanagement zu kümmern und nicht um innerparteiliche Streitfragen.

Die Nachfolge der bisherigen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sollte eigentlich bei einem Sonderparteitag am 25. April entschieden werden. Dieser Parteitag wurde wegen der Ausbreitung des Coronavirus aber ausgesetzt, ohne dass ein neuer Termin festgelegt wurde. Für Dezember ist ein regulärer Bundesparteitag der CDU geplant. Möglicherweise wird dann erst über Kramp-Karrenbauers Nachfolge entschieden.

Für die Nachfolge Kramp-Karrenbauers gibt es bislang drei offizielle Kandidaten. Dies sind der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Fraktionschef Friedrich Merz und der ehemalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen.


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