29.03.2020, 05:45 Uhr

Seoul (AFP) Pjöngjang feuert zwei Kurzstreckenraketen ins Meer ab

Vierter Raketentest innerhalb eines Monats

Nordkorea hat am Sonntag offenbar erneut zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet. Nach Angaben südkoreanischer Regierungsvertreter wurden zwei Projektile, bei denen es sich wahrscheinlich um ballistische Raketen handelte, von der nordkoreanischen Hafenstadt Wonsan aus ins Meer abgefeuert. Es war bereits der vierte nordkoreanische Raketentest innerhalb eines Monats.

Die südkoreanischen Regierungsvertreter nannten den erneuten Raketentest "extrem unangemessen" angesichts der Tatsache, dass "die ganze Welt" von der Coronavirus-Pandemie in Atem gehalten werde. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums schlugen die Raketen in kurzer Entfernung zu japanischen Hoheitsgewässern ein.

Pjöngjang selbst gab noch keine Erklärung zu dem erneuten Raketentest ab. Erst vergangene Woche hatte Nordkorea nach Angaben aus Seoul zwei ballistische Kurzstreckenraketen getestet. Am nächsten Tag berichteten nordkoreanische Staatsmedien, Machthaber Kim Jong Un habe einen Brief von US-Präsident Donald Trump erhalten, in dem dieser Pjöngjang eine Verbesserung der Beziehungen vorgeschlagen habe. Das Weiße Haus bestätigte den Brief.

Kim hatte zu Jahresbeginn angekündigt, sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen zu halten. Er drohte auch, dass Nordkorea bald eine "neue strategische Waffe" vorführen werde.

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres auf Eis. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Kim hatte nach seinem Moratorium für Atom- und Raketentests vergeblich auf eine Aufhebung von Sanktionen gehofft.


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