28.03.2020, 14:22 Uhr

Paris (AFP) Corona-Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland ausgeflogen

Armeehubschrauber starten Hilfsaktionen

Aus Italien und Frankreich sind am Samstag mehrere schwerkranke Corona-Patienten nach Deutschland ausgeflogen worden. Zwei Patienten aus dem nordostfranzösischen Metz wurden per Militärhubschrauber nach Essen gebracht, wo sie im Universitätsklinikum behandelt werden sollen, wie eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung mitteilte. Die Luftwaffe flog zudem sechs italienische Corona-Patienten aus Bergamo nach Deutschland aus.

Sie landeten am Samstagnachmittag am Flughafen Köln/Bonn, wie die Luftwaffe im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Von dort wurden sie weiter transportiert in Kliniken in Köln, Bonn und Bochum. Mehrere Kliniken in Nordrhein-Westfalen hatten zuvor angekündigt, in den kommenden Tagen insgesamt zehn Corona-Patienten aus Italien und vier Patienten aus Frankreich aufzunehmen.

Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, Militärhubschrauber des Heeres sollten in den kommenden Tagen mehrere Covid-19-Patienten von Metz aus nach Deutschland ausfliegen.

Dem Leiter der Notaufnahme des regionalen Krankenhauszentrums Metz, François Braun zufolge werden voraussichtlich am Sonntagnachmittag zwei weitere Patienten nach Deutschland ausgeflogen. Über weitere Krankentransporte werde je nach Entwicklung der Lage entschieden. Seit Beginn der Pandemie wurden Braun zufolge bereits etwa ein dutzend Corona-Patienten per Krankenwagen in deutsche Krankenhäuser gebracht.

Auch Berlin nimmt Corona-Infizierte aus Frankreich und Italien auf. Die Berliner Charité werde im Laufe des Samstags sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen, teilte die Berliner Senatskanzlei mit. Die Infizierten würden per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin transportiert. Auch aus Italien werde ein Transport vorbereitet.

Bundesverteidigungsministerium Annegret Kramp-Karrenbauer betonte bei Twitter, "Hilfe über Grenzen hinweg" sei angesichts der aktuellen Krise besonders wichtig. "Deshalb hilft die Bundeswehr mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe beim Transport Schwerkranker aus Italien zur Behandlung nach Deutschland", erklärte Kramp-Karrenbauer. "Europa hält zusammen", fügte sie an.

Am Sonntag sollen auch innerhalb Frankreichs weitere schwer erkrankte Patienten aus den besonders betroffenen Regionen verlegt werden. Rund 40 Patienten sollen mit dem Zug aus der östlichen Region Grand Est in die Region Nouvelle-Aquitaine im Südwesten Frankreichs gebracht werden. Grand Est ist besonders stark von der Pandemie betroffen. Mindestens 660 Menschen starben dort am Coronavirus.

Italien ist das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land Europas. In dem Land gibt es mehr als 86.000 bestätigte Infektions- und mehr als 9100 Todesfälle. In Frankreich starben bislang knapp 2000 Menschen. In beiden Ländern sind die Krankenhäuser vielerorts vollkommen überlastet.


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