27.03.2020, 14:42 Uhr

Düsseldorf (AFP) Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verschieben Abiturprüfungen in den Mai

Ein verwaistes Klassenzimmer.
Quelle: AFP/Archiv/Tobias Schwarz (Foto: AFP/Archiv/Tobias Schwarz)Ein verwaistes Klassenzimmer. Quelle: AFP/Archiv/Tobias Schwarz (Foto: AFP/Archiv/Tobias Schwarz)

Organisation wegen Corona-Krise schwierig - Aber Infektionsschutz als Bedingung

Wegen der Corona-Pandemie verschieben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen den Beginn ihrer Abiturprüfungen in den Mai. Nach Angaben der Kultusministerien starten die Tests in Nordrhein-Westfalen am 12. Mai und sollen bis zum 25. Mai dauern. In Niedersachsen beginnen die schriftlichen Prüfungen am 11. Mai, die mündlichen Prüfungen starten am 3. Juni.

Mit der Verschiebung werde "Planungssicherheit für die angehenden Absolventen" geschaffen und "auch in dieser besonderen Situation für faire Bedingungen" gesorgt, teilte die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf mit. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte in Hannover, der neue Fahrplan gebe Schülern und Schulen die nötige Zeit zur Vorbereitung. Die Situation sei für alle außergewöhnlich.

Tonne betonte zugleich, die Entscheidung für Niedersachsen erfolge "zum jetzigen Zeitpunkt" vorbehaltlich der weiteren Entwicklung in der Corona-Krise. Die Prüfungen für das Abitur und die ebenfalls neu terminierten Prüfungen für andere Schulabschlüsse würden nur abgehalten, wenn der Infektionsschutz gewährleistet sei. Sollte dies auch in dem nun ausgewählten Zeitfenster nicht möglich sein, würden die Prüfungen voraussichtlich ersatzlos gestrichen.

"Weitere Verschiebungen sind für mich - ehrlich gesagt - kein gangbarer Weg", sagte er. Dann müsse das Abitur ohne Prüfungen allein auf Basis der schulischen Leistungen der vergangenen vier Halbjahre vergeben werden. Die Kultusministerkonferenz (KMK) werde im April weiter über das Thema beraten. Er lege großen Wert auf eine Abstimmung zwischen allen 16 Bundesländern in dieser Frage.

Gebauer kündigte zugleich an, sie werde "in den nächsten Tagen noch Abstimmungsgespräche zwischen den Ländern anregen, um ein möglichst gleichgerichtetes Vorgehen bei den Abiturprüfungen in Deutschland zu erreichen". Aufgrund der Festlegungen einzelner Bundesländer, ihre Abiturtermine zu einem noch späteren Zeitpunkt zu schreiben, seien "die Möglichkeiten dafür jedoch begrenzt".

Die Frage, wie die schulischen Abschlussprüfungen in Deutschland angesichts von Schließungen und Unterrichtsausfall in diesem Jahr organisiert werden können, beschäftigt die Bildungsminister seit Tagen intensiv. Die KMK hatte am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass Abiturprüfungen zum geplanten der zu einem Nachholtermin stattfinden sollen, sofern der Infektionsschutz dies zulässt. In Ländern wie Hessen und Rheinland-Pfalz begannen sie bereits.


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