23.03.2020, 16:55 Uhr

New York (AFP) Guterres fordert in Corona-Krise weltweiten Waffenstillstand

UN-Generalsekretär António Guterres.
Quelle: AFP/Archiv/Angela Weiss (Foto: AFP/Archiv/Angela Weiss)UN-Generalsekretär António Guterres. Quelle: AFP/Archiv/Angela Weiss (Foto: AFP/Archiv/Angela Weiss)

UN-Generalsekretär: Zivilisten in Konfliktgebieten schützen

Angesichts der Corona-Krise hat UN-Generalsekretär António Guterres zu einem "sofortigen weltweiten Waffenstillstand" aufgerufen. Zivilisten in Konfliktgebieten müssten vor den verheerenden Auswirkungen der Pandemie geschützt werden, sagte Guterres am Montag bei einer Rede im UNO-Hauptquartier in New York. "Die Heftigkeit des Virus" verdeutliche, wie "unsinnig" Kriege seien, sagte Guterres.

Die Coronavirus-Pandemie sei der Grund, warum "ich heute zu einem sofortigen Waffenstillstand in allen Ecken der Welt aufrufe", sagte Guterres. Es sei an der Zeit für eine "Sperre für bewaffnete Konflikte". "Lasst die Waffen schweigen, stoppt die Artillerie, beendet die Luftangriffe", forderte der UN-Generalsekretär. Dies sei zentral, um humanitäre Korridore für Zivilisten zu schaffen.

Weltweit gibt es inzwischen mehr als 330.000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, die Zahl der Toten liegt laut einer AFP-Zählung bei mehr als 15.000.

Viele Länder befürchten angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus einen Kollaps ihrer Gesundheitssysteme. In Konfliktgebieten wie in Syrien oder dem Jemen ist die medizinische Grundversorgung bereits wegen jahrelanger Kampfhandlungen eingebrochen. Experten fürchten eine Katastrophe, sollte die Pandemie auf solche Konfliktregionen übergreifen.

Syrien hat bisher einen Infektionsfall mit dem Coronavirus gemeldet. Auch in der von jahrelangen Konflikten gezeichneten Demokratischen Republik Kongo und in Afghanistan gibt es bestätigte Infektionsfälle.


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