23.03.2020, 13:44 Uhr

Washington (AFP) US-Notenbank weitet wegen Coronavirus-Krise Hilfen aus

US-Notenbankchef Jerome Powell.
Quelle: AFP/Archiv/Eric BARADAT (Foto: AFP/Archiv/Eric BARADAT)US-Notenbankchef Jerome Powell. Quelle: AFP/Archiv/Eric BARADAT (Foto: AFP/Archiv/Eric BARADAT)

Dow Jones nach Handelsbeginn zunächst im Minus

Angesichts der Coronavirus-Pandemie weitet die US-Notenbank ihre Hilfen für Unternehmen aus. Die Federal Reserve (Fed) kündigte am Montag zusätzliche 300 Milliarden Dollar (280 Milliarden Euro) an, um "den Kreditfluss an Arbeitgeber, Konsumenten und Unternehmen zu unterstützen". Außerdem will die Notenbank bald ein gesondertes Kreditprogramm für kleine und mittlere Unternehmen auflegen. Die Fed betonte erneut, sie werde alle verfügbaren Instrumente einsetzen, um der Krise entgegenzutreten.

Die Coronavirus-Pandemie hat verheerende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die Fed hat in den vergangenen Wochen eine Reihe drastischer Schritte zur Unterstützung von Wirtschaft und Finanzmärkten unternommen. So senkte sie den Leitzins auf Null ab.

Parallel dazu arbeitet der Kongress an einem gigantischen Hilfsprogramm mit einem Umfang von womöglich knapp zwei Billionen Dollar (rund 1,87 Billionen Euro), um Wirtschaft und Bürger zu unterstützen. Über das Maßnahmenpaket gab es im Senat aber noch Streit zwischen den Republikanern von US-Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten. Eine wichtige Verfahrensabstimmung scheiterte deswegen am Sonntag.

Die US-Börsen starteten - womöglich auch als Reaktion auf die Senats-Blockade - am Montag im Minus. So gab der Leitindex Dow Jones am Morgen (Ortszeit) nach.

Trump selbst machte deutlich, dass er den Stopp zahlreicher wirtschaftlicher Aktivitäten im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf den Prüfstand stellen will. "Wir können nicht zulassen, dass das Heilmittel schlimmer ist als das Problem selbst", schrieb Trump in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nach einer zweiwöchigen Phase werde entschieden, "welchen Weg wir gehen wollen".

Trumps Regierung hatte Anfang vergangener Woche eine Reihe von Empfehlungen vorgelegt, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. So wurden alle US-Bürger aufgerufen, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Der Plan soll zunächst für 15 Tage gelten. Trump teilte am Montag auf Twitter Kommentare anderer Nutzer, wonach nach Ablauf der 15 Tage nur noch Risikogruppen isoliert werden sollten - und alle anderen zur Arbeit zurückkehren sollten.


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