21.03.2020, 16:14 Uhr

Seoul (AFP) Nordkorea feuert erneut zwei Kurzstreckenraketen ab

Kim mit Militärvertretern bei Raketentests.
Quelle: KCNA VIA KNS/AFP/STR (Foto: KCNA VIA KNS/AFP/STR)Kim mit Militärvertretern bei Raketentests. Quelle: KCNA VIA KNS/AFP/STR (Foto: KCNA VIA KNS/AFP/STR)

Verhandlungen mit USA über Atomprogramm liegen auf Eis

Unter Missachtung von UN-Resolutionen hat Nordkorea am Samstag erneut zwei Raketen getestet. Die ballistischen Kurzstreckenraketen seien in der nördlichen Provinz Pyongan in Richtung Meer abgeschossen worden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die südkoreanische Armee. Das japanische Verteidigungsministerium bestätigte die Raketentests. Die Bundesregierung verurteilte die Tests scharf.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte Pjöngjang mehrere Geschosse abgefeuert. Nach japanischen Angaben handelte es sich auch in diesen Fällen vermutlich um ballistische Raketen.

Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Samstag, Machthaber Kim Jong Un habe am Freitag einem "Artilleriefeuer-Wettbewerb" verschiedener Einheiten der Armee beigewohnt. Sie veröffentlichte Fotos von Kim mit diversen Offizieren, die trotz der weltweiten Corona-Pandemie keinen Mundschutz trugen.

Nordkorea hat bislang keinen einzigen Infektionsfall vermeldet. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat die Pandemie aber auch das international isolierte Land bereits erreicht.

Kim hatte zu Jahresbeginn angekündigt, sich nicht mehr an das Moratorium für Atomversuche und Tests von Interkontinentalraketen zu halten. Er drohte auch, dass Nordkorea bald eine "neue strategische Waffe" präsentieren werde.

Die Atomverhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington liegen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres auf Eis. Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Kim hatte nach seinem Moratorium für Atom- und Raketentests vergeblich auf eine Aufhebung von Sanktionen gehofft.

Die Bundesregierung verurteilte Nordkoreas erneute Raketentests "mit Nachdruck". "Nach bereits zwei Tests mit mehreren Raketen in diesem Monat und insgesamt fünfzehn Tests seit Mai 2019 hat Nordkorea damit erneut gegen seine Verpflichtungen aus einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen verstoßen", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Damit gefährde Pjöngjang "die internationale Sicherheit in unverantwortlicher Weise".

Der Ministeriumssprecher forderte die Regierung in Pjöngjang auf, ihre "völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten" und "das Angebot der USA zur Wiederaufnahme der von Nordkorea abgebrochenen Verhandlungen anzunehmen".


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