18.03.2020, 15:57 Uhr

Berlin (AFP) Polen öffnet wegen Stau an deutscher Grenze vier Übergänge

Teilweise Wartezeiten von 30 Stunden

Chaotische Zustände an der deutsch-polnischen Grenze: Wegen der massiven Staus in Brandenburg und Sachsen infolge der neuen Grenzkontrollen hat Polen vier Grenzübergänge geöffnet. Übergänge in Frankfurt an der Oder, Küstrin-Kiez, Görlitz und Guben wurden für den Verkehr freigegeben, wie die Bundespolizei in Berlin am Mittwoch mitteilte. Teilweise mussten Verkehrsteilnehmer bis zu 30 Stunden ausharren, die Staus waren zeitweise dutzende Kilometer lang.

Der Übergang in Guben wurde demnach zwar freigegeben, aber wegen des zugelassenen Höchstgewichts nicht für Lastwagen und Busse. Bis zum Mittag war der Stau in Sachsen noch 50 Kilometer lang – zehn Kilometer weniger als noch wenige Stunden zuvor. Die sächsische Polizei sperrte wegen der Staus zahlreiche Auffahrten an der Autobahn 4, wie sie mitteilte. Sie riet, die Autobahn ab Dresden zu meiden. Ein Versorgungszug des Deutschen Roten Kreuzes war demnach ebenfalls im Einsatz.

Auch in Brandenburg staute es sich auf der Autobahn 12 am Mittwochmorgen auf etwa 45 Kilometern. Die Polizei wies darauf hin, dass der Grenzübergang an der Autobahn 12 ohne Ausnahme nur durch den Güterverkehr passiert werden könne – eine Überfahrt für Autos sei nicht möglich. Darüber hinaus riet die Polizei dringend davon ab, in Schwedt an der Oder die Grenze passieren zu wollen. Die Stadt sei verkehrstechnisch "komplett ausgelastet", hieß es am Mittwochnachmittag.

Ein AFP-Fotograf berichtete auch am Grenzübergang in Frankfurt an der Oder von chaotischen Zuständen und massenweise Autos. Einige Polen hatten keine Reisepässe dabei, was das Durchkommen weiter verzögerte.

Nach eigenen Angaben will der polnische Grenzschutz mit der Öffnung der Grenzübergänge in Brandenburg und Sachsen die Situation entspannen und Wartezeiten verringern. Demnach betrug die Wartezeit in Jedrzychowice an der Autobahn 4 bei Görlitz am Mittwoch 30 Stunden, in Swiecko bei Frankfurt an der Oder mussten Fahrer demnach zehn Stunden Wartezeit einplanen.

Polen hatte am Sonntag wegen der Coronakrise die Grenze für Ausländer geschlossen. Wegen der Megastaus nahm Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag mit seinem polnischen Kollegen Jacek Czaputowicz Kontakt auf. Im Anschluss kündigte das Auswärtige Amt an, dass sich beide "um Entspannung" bemühten.


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