18.03.2020, 10:30 Uhr

Kiel (AFP) Touristen müssen Schleswig-Holstein wegen Coronakrise bis Donnerstag verlassen

Leuchtturm auf Helgoland.
Quelle: AFP/Archiv/Patrik Stollarz (Foto: AFP/Archiv/Patrik Stollarz)Leuchtturm auf Helgoland. Quelle: AFP/Archiv/Patrik Stollarz (Foto: AFP/Archiv/Patrik Stollarz)

Hotels und Kurkliniken könnten zu Notkrankenhäusern werden

Wegen der derzeitigen Coronakrise müssen alle Touristen Schleswig-Holstein bis spätestens Donnerstag verlassen. Das teilte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel mit. Bereits seit Mittwoch ist Touristen die Einreise in das Bundesland komplett verboten. Alle Hotels, Pensionen, Ferienhausbesitzer und andere Einrichtungen sind ab sofort geschlossen, gleiches gilt für Restaurants und Cafés.

Mit der Maßnahme will die Landesregierung ausdrücklich auch alle Tagestouristen fernhalten, die ansonsten etwa an Wochenenden aus Hamburg an die Küsten fahren. Bereits zuvor hatte sie im Verbund mit anderen norddeutschen Küstenländern alle Inseln für Touristen gesperrt. Die medizinische Infrastruktur in den eher ländlichen Gebieten wäre nicht für eine größere Zahl von schweren Coronafällen gerüstet und soll sich auf die Einwohnerversorgung konzentrieren.

Im Kieler Landtag kündigte Günther nach Angaben der Staatskanzlei am Mittwoch außerdem an, die Zahl der Intensivbehandlungsbetten in den schleswig-holsteinischen Krankenhäusern zu verdoppeln. Dieses Ziel gilt bundesweit und wird von allen Ländern umgesetzt. Wie Günther in seiner Regierungserklärung weiter mitteilte, stellt sich das Land auch darauf ein, Hotels und Kurkliniken als Notkrankenhäuser zur Behandlung von leichteren Coronakrankheitsfällen auszurüsten.

In Schleswig-Holstein zählten die Behörden nach aktuellen Zahlen von Mittwoch 196 bestätigte Coronafälle. Neun Betroffene werden in Krankenhäusern behandelt. Ein Mensch starb dort bisher an dem Virus. "Schleswig-Holstein wird vorübergehend zum Sperrgebiet für Touristen", sagte Günther laut Redetext im Landtag. "Wir sind in einer besonderen Situation, in der wir gemeinsam Entscheidungen treffen müssen, die wir uns vor kurzem so nicht vorstellen konnten."


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