17.03.2020, 15:55 Uhr

Lausanne (AFP) Fußball-EM wegen Corona-Pandemie auf 2021 verschoben

Auch Copa America soll erst nächstes Jahr stattfinden

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die in diesem Jahr geplante Fußball-Europameisterschaft auf 2021 verschoben. Diese Entscheidung verkündete die Europäische Fußball-Union (Uefa) am Dienstag nach einem Krisengipfel. Als neues Austragungsdatum wurde von der Uefa der Zeitraum vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 vorgeschlagen.

Eigentlich sollte die EM in diesem Jahr vom 12. Juni bis zum 12. Juli in mehreren europäischen Ländern stattfinden, darunter auch Deutschland. Die für März geplanten Play-off-Spiele für die noch zu vergebenden Plätze bei der EM werden laut Uefa voraussichtlich in den Juni verlegt.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus waren in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Fußballpartien in Europa und weltweit abgesagt worden, darunter Begegnungen der Champions League und der Europa League. In Deutschland ruht der Ball in der Bundesliga und der zweiten Bundesliga bis mindestens Anfang April. Am Dienstag wurde auch die Südamerika-Meisterschaft Copa America auf das kommende Jahr verschoben.

Als Austragungsort des EM-Eröffnungsspiels war ursprünglich Rom vorgesehen, die Hauptstadt des besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Italien. Die Euro 2020 sollte in zwölf verschiedenen Städten des Kontinents stattfinden - von Dublin und Bilbao bis nach Sankt Petersburg und Baku. Als deutscher EM-Spielort war München auserkoren worden.

Neben den Olympischen Spielen in Tokio (24. Juli bis 9. August), von deren Austragung die japanischen Organisatoren weiter ausgehen, galt die Europameisterschaft das bedeutendste Sportereignis dieses Jahres. Der 17. März geht damit als historischer Tag in die Geschichte der Uefa ein. Noch nie wurde seit der Gründung des Verbands im Jahr 1954 zuvor eine EM verschoben.

Zustimmung zur Verschiebung kam vom Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Joachim Löw: "Wir alle müssen die Gesundheit und das Leben von Menschen schützen, das gilt selbstverständlich auch für den Fußball. Deshalb ist es völlig richtig und alternativlos, die Euro zu verschieben."

Europa ist zum Epizentrum der Corona-Krise geworden. In zahlreichen Ländern griffen die Regierungen zu drastischen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus: Frankreich, Italien und Spanien verhängten Ausgangssperren. Deutschland verkündete Schul- und Ladenschließungen. Das Auswärtige Amt sprach eine weltweite Reisewarnung aus. In Italien, dem in Europa am schlimmsten betroffenen Land, starben bislang mehr als 2100 Menschen an dem neuartigen Virus.


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