17.03.2020, 14:57 Uhr

Berlin (AFP) Klöckner: Lieferketten sind "weitgehend intakt"

Ernährungsministerin Klöckner am 17. März.
Quelle: POOL/AFP/ANNEGRET HILSE (Foto: POOL/AFP/ANNEGRET HILSE)Ernährungsministerin Klöckner am 17. März. Quelle: POOL/AFP/ANNEGRET HILSE (Foto: POOL/AFP/ANNEGRET HILSE)

Ernährungsministerin kritisiert erneut Hamsterkäufe

Die Lebensmittelversorgung in Deutschland ist weiterhin gesichert: "Die Supermärkte bleiben geöffnet, alles andere sind Falschmeldungen", versicherte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Dienstag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Branchenvertretern. Die Lieferketten seien "weitgehend intakt", auch wenn es in Einzelfällen zu Einschränkungen kommen könne.

"Wir kommen gut durch, wenn wir zusammenstehen", sagte die Ministerin in der Bundespressekonferenz mit Blick auf die Corona-Krise. Vorsorge sei wichtig, sogenannte Hamsterkäufe dagegen "sind nicht nur unnötig, sie schaden auch". Wer mehr kaufe als benötigt, "handelt nicht nur unsolidarisch, sondern wird davon auch einiges wegwerfen".

In Deutschland selbst würden "Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge produziert und verarbeitet", betonte die Ministerin und verwies auf den hohen Selbstversorgungsgrad bei Kartoffeln, Weizen, Milcherzeugnissen und Schweinefleisch. Außerdem habe der eingeschränkte Grenzverkehr - "soweit wir das überblicken können" - keinen Einfluss auf Warenlieferungen aus dem Ausland.

Es gebe an den Grenzen aber "Situationen, wo wir es nicht vertreten können, das stundenlang gewartet wird", sagte Klöckner. Sie sprach sich für Sonderspuren aus. Des weiteren spreche sie mit Branchenvertretern auch über andere Zuverdienstregelungen, regionale Jobbörsen und die Möglichkeit, Saisonarbeitskräfte "zum Beispiel auch per Flugzeug" nach Deutschland zu holen.

Der Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, begrüßte die Vorschläge für unterbrechungsfreie Logistikketten und forderte zusätzlich Erleichterungen für die Sonntagsbelieferung von Märkten etwa beim Lärmschutz und Arbeitsrecht.

"Natürlich kann es dazu kommen, dass einzelne Produkte nicht greifbar sind", sagte Genth, dennoch seien die Warenströme in den Logistikketten der Lebensmittelhändler gesichert und Marktschließungen "völliger Unsinn". Die Möglichkeit, in Bedarfsfällen auch sonntags zu öffnen, müsse momentan nicht genutzt werden.


0 Kommentare