28.02.2020, 12:22 Uhr

Nürnberg (AFP) Zahl der Arbeitslosen im Februar gesunken

Arbeitsagentur in Hannover.
Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid)Arbeitsagentur in Hannover. Quelle: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid (Foto: dpa/dpa/picture-alliance/Sonja Wurtscheid)

Mildes Wetter sorgt für mehr Beschäftigung auf Bau und in Landwirtschaft

Dank des milden Wetters ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar stärker als sonst jahreszeitlich üblich gesunken. Sie ging um 30.000 auf 2,396 Millionen Menschen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag damit unverändert zum Januar bei 5,3 Prozent.

Im Vergleich zum Februar 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 23.000. "Am Arbeitsmarkt zeigen sich weiterhin Spuren der konjunkturellen Schwäche. Insgesamt ist er aber stabil", erklärte BA-Chef Detlef Scheele in Nürnberg. Auch bereinigt um die saisonalen Einflüsse ging die Arbeitslosenzahl zurück, nach Angaben der BA um rund 10.000 im Vergleich zum Januar.

Die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stiegen weiter, allerdings war dieser Anstieg geringer als im vergangenen Jahr, wie die BA mitteilte. Insgesamt hatten im Januar 45,08 Millionen Menschen einen Job, das waren 241.000 mehr als im Vorjahr. Überwiegend beruhe das Plus auf dem Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, betonte die Behörde.

Auch die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bei den Arbeitsämtern bleibt im langjährigen Vergleich hoch, wie die BA erklärte. Im Februar wurden demnach 690.000 offene Stellen bei der BA gemeldet. Im Vergleich zum Februar 2019 waren das aber 94.000 weniger.

Die Bayerische Wirtschaft erklärte, zwar habe die milde Witterung für bessere Beschäftigungsmöglichkeiten in Außenberufen wie dem Bau, der Landwirtschaft oder der Gastronomie eröffnet. Ganz anders sehe es aber in der Industrie aus, besonders in der Metall- und Elektroindustrie. Hier werde die Zeitarbeit zurückgefahren, Arbeitszeitkonten würden abgebaut, die Kurzarbeitsanzeigen stiegen an. In einigen Betrieben gebe es bereits Stellenabbau.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, kritisierte, "ohne statistische Tricks" sei die tatsächliche Arbeitslosigkeit im Februar leicht gestiegen. Auch die offizielle Arbeitslosigkeit steige seit Monaten. "Wir befinden uns in einer Phase wirtschaftlicher Schwäche." Zimmermann forderte höhere Löhne, ein höheres Arbeitslosengeld, das leichter und länger bezogen werden kann, sowie das Recht auf Weiterbildung.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Beate Müller-Gemmeke, forderte die Regierung auf, "schon jetzt die Herausforderungen von morgen" in den Blick zu nehmen. Sie schlug ein "neues Qualifizierungs-Kurzarbeitergeld" vor, das es Betrieben im ökologischen Wandel ermögliche, die Mitarbeiter fit für die Zukunftstechnologien zu machen. Für Langzeitarbeitslose müsse es mehr langfristig angelegte Qualifizierungsangebote und positive Anreize geben.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte, mit dem geplanten Arbeit-von-morgen-Gesetz unterstütze die Regierung Beschäftigte und Unternehmen dabei, ihre Belegschaften zu qualifizieren. Heil will die Regelungen der Kurzarbeit verbessern, so dass Beschäftigte in einer Weiterbildung bis zu 24 Monate Kurzarbeitergeld erhalten können.

"Ganz aktuell" könnten Beschäftigte wegen der Ausbreitung des Corona-Virus Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, etwa, wenn Lieferengpässe entstehen oder der Betrieb auf behördliche Anordnung schließen muss, wie Heil weiter erklärte. Dabei prüfe die zuständige Agentur für Arbeit im Einzelfall, ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergeldes vorliegen. Erste Betriebe hätten sich über diese Möglichkeiten bereits informiert.


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