25.02.2020, 15:54 Uhr

Cuxhaven (AFP) Frachtschiff treibt nach Ruderschaden bei Sturm manövrierunfähig auf Nordsee

Deutsches Havariekommando schickt Notschlepper und Bergungsspezialisten

Bei Sturm ist auf der Nordsee ein Frachter mit Ruderschaden in Schwierigkeiten geraten. Das deutsche Havariekommando im niedersächsischen Cuxhaven übernahm nach eigenen Angaben vom Dienstag die Leitung des Einsatzes an dem 159 Meter langen Schiff "Santorini", das manövrierunfähig 120 Kilometer nordwestlich der Insel Helgoland in der Deutschen Bucht trieb. Ein Notschlepper hielt den Frachter in Position.

Nach Angaben der Einsatzzentrale für maritime Notfälle war es dem von ihr entsandten Schlepper im Tagesverlauf gelungen, eine Verbindung zu dem unbeladenen Havaristen herzustellen. Dabei half ein speziell für Notschlepp- und Bergungsmanöver ausgebildetes Team aus Seeleuten, das per Hubschrauber auf dem Frachter abgesetzt wurde.

Das unter der Flagge von Barbados fahrende Frachtschiff sollte vom Notschlepper so lange in Position gehalten werden, bis von der Reederei beauftragte kommerzielle Schlepper die "Santorini" übernehmen. Dies wird aber erst am Mittwochmorgen möglich sein. Anschließend wird sie voraussichtlich nach Bremerhaven geschleppt werden.

Das Schiff verlor laut Havariekommando am Dienstag sein Ruderblatt und konnte nicht mehr gesteuert werden. Per Hubschrauber wurden auch mehrere Feuerwehrleute sowie Notarzt und Notfallsanitäter eingeflogen, um die 23 Crewmitglieder zu betreuen. Ein Besatzungsmitglied war leicht verletzt.

Bei jedem Sturm halten sich auf der deutschen Nordsee im Behördenauftrag mehrere Notschlepper bereit, um bei Problemen einzugreifen und Strandungen zu verhindern. Dort herrschte laut Havariekommando zunächst Windstärke neun und starker Seegang mit bis zu sieben Meter hohen Wellen. Im Laufe des Dienstags besserte sich das Wetter. Die Wellenhöhe reduzierte sich auf etwa vier Meter.

Heftiger Sturm hat die Meere rund um Nordeuropa schon länger im Griff und sorgt inzwischen für Probleme beim Warentransport. Der Hamburger Hafenterminalbetreiber HHLA teilte am Montag mit, dass seine Lagerkapazitäten wegen verzögerter Schiffsankünfte überschritten seien und die Anlieferung von Containern per Lkw beschränkt werden müsse. Auch andere Häfen waren demnach betroffen.

Zwischenzeitlich übernahm das deutsche Havariekommando am Dienstag zudem die Einsatzleitung an einem zweiten Frachtschiff, das dichter an der deutschen Küste vor der ostfriesischen Insel Borkum mit Ruderproblemen zu kämpfen hatte. Demnach drohte auch eine Strandung. Die Besatzung der unter portugiesischer Flagge fahrenden 199 Meter langen "Merita" konnte den Ruderschaden aber beheben. Ein Schlepper begleitete das Schiff noch eine Weile.


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