24.02.2020, 15:48 Uhr

Genf (AFP) WHO warnt bei neuartigem Coronavirus vor "möglicher Pandemie"

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Quelle: AFP/Fabrice COFFRINI (Foto: AFP/Fabrice COFFRINI)WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Quelle: AFP/Fabrice COFFRINI (Foto: AFP/Fabrice COFFRINI)

Infektionsherde in Italien, Iran und Südkorea "zutiefst besorgniserregend"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor einer "möglichen Pandemie". Bisher stufe die WHO die Infektionen nicht als Pandemie ein, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag vor Journalisten in Genf. Die Welt müsse aber "alles" dafür tun, um sich auf eine "mögliche Pandemie" vorzubereiten. Vor allem die "plötzliche Zunahme" der Infefktionsfälle in Italien, im Iran und in Südkorea innerhalb weniger Tage sei "zutiefst besorgniserregend".

Der WHO-Experte Bruce Aylward, der eine gemeinsame Expertenmission der WHO und Chinas zu Coronavirus-Epidemie leitet, lobte unterdessen in Peking die "kühne" Reaktion Chinas auf die von dem Coronavirus verursache Lungenkrankheit Covid-19. Mit seinen drastischen Maßnahmen habe China "das Steuer herumgerissen" und "möglicherweise hunderttausende Fälle von Covid-19 hier in China verhindert", sagte Aylward

In China habe sich gezeigt, dass im Kampf gegen das Coronavirus Schnelligkeit am wichtigsten sei, fügte der WHO-Experte hinzu. Sorgen mache ihm daher vor allem, "ob der Rest der Welt die Lektion von der Schnelligkeit gelernt hat", sagte Aylward.

Das neuartige Coronavirus war im Dezember in China erstmals bei Menschen festgestellt worden. Die Volksrepublik reagierte mit drastischen Schutzmaßnahmen: Ganze Städte wurden abgeriegelt und damit 56 Millionen Menschen praktisch unter Quarantäne gestellt. Inzwischen starben an der Lungenkrankheit Covid-19 in China aber mehr als 2500 Menschen, mehr als 77.000 Menschen sind in der Volksrepublik mit dem Virus infiziert.

Inzwischen hat sich das Virus auf rund 30 weitere Länder ausgebreitet. Zuletzt waren vor allem in Italien, im Iran und in Südkorea viele Neuinfektionen registriert worden.


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