24.02.2020, 13:31 Uhr

Köln (AFP) Rosenmontagszüge rollen durch Rheinmetropolen

Motivwagen zu Thüringen-Krise in Düsseldorf .
Quelle: AFP/Ina Fassbender (Foto: AFP/Ina Fassbender)Motivwagen zu Thüringen-Krise in Düsseldorf . Quelle: AFP/Ina Fassbender (Foto: AFP/Ina Fassbender)

Jecken und Narren machen auf Ereignisse in Hanau und Thüringen aufmerksam

Bei grauem Wetter und unter politischen Vorzeichen sind im Rheinland die traditionellen Rosenmontagszüge durch die Karnevals- und Fastnachtshochburgen gerollt. In Köln erinnerte ein Wagen gleich zu Beginn an den Anschlag in Hanau in der vergangenen Woche - ein weinender Kölner Dom hielt ein Herz in den Händen, das laut Aufschrift für Hanau schlägt. In Düsseldorf und positionierten sich ebenfalls mehrere Wagen gegen rechts.

Auf einem Wagen in Düsseldorf war ein hochroter Kopf mit geöffnetem Mund zu sehen, aus dem Mund eine Pistole mit der Aufschrift "Rassismus" ragte. Auf dem Wagen war zudem "Aus Worten werden Taten" zu lesen - daneben standen die auf rassistische Gewalttaten verweisenden Schlagworte NSU, W. Lübcke, Halle und Hanau.

Mit einem weiteren Wagen wurde scharfe Kritik an der AfD geübt: Darauf war der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke zu sehen, der den Hitlergruß zeigte und auf dessen Schulter die Worte "Heilt Höcke" zu lesen waren. Gestützt wurde der den Hitlergruß zeigende Arm durch zwei Figuren, die Thüringens CDU-Chef Mike Mohring und den dortigen inzwischen zurückgetretenen Kurzzeitministerpräsidenten Thomas Kemmerich von der FDP zeigten.

In Mainz zeigte einer der Motivwagen die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Outfit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), das ihr allerdings viel zu groß war. Mit einem Stoppschild hielt ein Zwerg sie auf, der die Thüringer CDU darstellte.

Anfang Februar hatte die Wahl des FDP-Politikers Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten mit den Stimmen seiner Partei sowie von CDU und AfD zu einem politischen Beben und zu massiver Kritik auch an den Christdemokraten geführt.

Weitere Themen der Motivwagen in den Rheinmetropolen waren die CDU-Führungskrise, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, US-Präsident Donald Trump und die Brände in Brasilien und Australien. Ein Wagen in Mainz machte sich zudem über Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lustig, die in "Julias Liebesnestle" kuschelnd mit dem Deutschland-Chef des Lebensmittelkonzerns Nestlé gezeigt wurde.

Der Himmel über Mainz, Köln und Düsseldorf war grau am diesjährigen Rosenmontag, teilweise regnete es. Das trübte die Stimmung der Jecken und Narren jedoch nicht - hunderttausende Zuschauer jubelten den Karnevalswagen in den Städten zu.

Dagegen waren am Wochenende zahlreiche Karnevalszüge wegen Sturmböen und Starkregens vor allem in Nordrhein-Westfalen abgesagt worden. In Düsseldorf wurde das traditionelle "Kö-Treiben" annuliert. Auch in Köln wurden aufgrund der Wetterlage die traditionellen "Schull- und Veedelszöch" aus Sicherheitsgründen abgesagt.


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