24.02.2020, 13:42 Uhr

Jerusalem (AFP) Konflikt zwischen israelischer Armee und Islamischem Dschihad eskaliert weiter

Rauch einer palästinensischen Rakete über dem Gazastreifen.
Quelle: AFP/MAHMUD HAMS (Foto: AFP/MAHMUD HAMS)Rauch einer palästinensischen Rakete über dem Gazastreifen. Quelle: AFP/MAHMUD HAMS (Foto: AFP/MAHMUD HAMS)

Israel schließt wegen erneuten Beschusses Schulen und Bahnstrecken

Der bewaffnete Konflikt zwischen Israel und der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat sich erneut verschärft. Der Islamische Dschihad beschoss Israel auch am Montag vom Gazastreifen aus mit Raketen und Mörsergranaten. Zuvor hatte die israelische Armee Angriffe gegen dutzende Stellungen der Palästinenserorganisation im Gazastreifen und in Syrien geflogen. Angesichts der Gewalteskalation blieben in Israel zahlreiche Schulen geschlossen; auch der Zugverkehr nahe des Gazastreifens wurde vorübergehend eingestellt.

Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben am Sonntagabend Stellungen des Islamischen Dschihad in südlichen Vororten von Damaskus an. Darunter sei eine "Drehscheibe" für die Aktivitäten der Organisation in Syrien gewesen.

Eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP in Damaskus hörte mehrere starke Explosionen kurz vor Mitternacht. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, "die meisten feindlichen Raketen" seien abgeschossen worden, bevor sie ihre Ziele erreicht hätten.

Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden durch die israelischen Angriffe zwei Mitglieder des Islamischen Dschihad und vier pro-iranische Kämpfer getötet. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite oft kaum zu überprüfen.

Israel reagierte mit den Luftangriffen auf Beschuss aus dem Gazastreifen mit mehr als 20 Raketen und Mörsergranaten. Auch am Montag wurden nach israelischen Armee-Angaben rund 20 "Geschosse" aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert, 18 davon seien vom Luftabwehrsystem abgefangen worden.

Angesichts des Beschusses forderte das israelische Bildungsministerium rund 65.000 Schüler in Städten in der Nähe des Gazastreifens auf, zu Hause zu bleiben. An den Universitäten von Aschkalon, Sderot und Netiwot wurden Prüfungen verschoben. Das Verkehrsministerium stellte den Zugverkehr zwischen Aschkalon und Beerscheba ein.

Der Islamische Dschihad bekannte sich zu dem Beschuss des israelischen Territoriums. Die Organisation bezeichnete dies als Vergeltungsaktion für die Tötung eines ihrer Kämpfer an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel. Israelische Soldaten hatten den 27-Jährigen erschossen, weil er nach Armee-Angaben eine Bombe legen wollte.

Der Islamische Dschihad ist mit der radikalislamischen Hamas verbündet, die den Gazastreifen seit 2007 kontrolliert. Im November war die Lage nach der Tötung eines ranghohen Kommandeurs des Islamischen Dschihads im Gazastreifen durch israelische Kräfte eskaliert. Der Islamische Dschihad und die Hamas feuerten binnen zwei Tagen rund 450 Raketen auf israelisches Gebiet ab. Bei Gegenangriffen der israelischen Seite wurden 35 Palästinenser getötet.


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