22.02.2020, 18:15 Uhr

Istanbul (AFP) Erdogan kündigt Syrien-Gipfel mit Moskau, Berlin und Paris am 5. März an

Erdogan in Ankara.
Quelle: AFP/Adem ALTAN (Foto: AFP/Adem ALTAN)Erdogan in Ankara. Quelle: AFP/Adem ALTAN (Foto: AFP/Adem ALTAN)

Weiterer türkischer Soldat bei syrischen Angriffen in Idlib getötet

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat ein Gipfeltreffen mit Russland, Deutschland und Frankreich zur Lage in der umkämpften syrischen Provinz Idlib angekündigt. Erdogan sagte am Samstag in Rede, er werde am 5. März mit Russlands Präsident Wladimir Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsident Emmanuel Macron zusammenkommen, um über die Situation in Idlib zu beraten.

"Wir werden am 5. März zusammenkommen und diese Themen besprechen", sagte Erdogan mit Blick auf die militärische Eskalation in Syrien. Wo der Gipfel stattfinden soll, sagte er nicht.

Der türkische Staatschef hatte am Freitag in einem Telefonat mit Merkel und Macron "konkrete Maßnahmen" Deutschlands und Frankreichs gefordert, um eine "humanitäre Katastrophe" in Idlib zu verhindern. In einem weiteren Telefonat rief er Putin dazu auf, die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad "in die Schranken zu weisen".

Nach Angaben des Bundesregierung ging es in dem Telefonat von Merkel, Macron und Erdogan auch um einen von der Bundeskanzlerin und dem französischen Präsidenten vorgeschlagenen Vierer-Gipfel zu Syrien. Wie ein Sprecher der Bundesregierung sagte, plädierten alle drei Gesprächspartner für "ein zeitnahes gemeinsames Treffen" mit Putin.

Erdogan sagte am Samstag, er habe sowohl mit Putin als auch mit Merkel und Macron über einen "Fahrplan" zur Beilegung der Krise in Idlib gesprochen. Genauere Angaben machte er nicht.

Merkel und Macron hatten bereits am Donnerstag mit Putin telefoniert und ein gemeinsames Treffen mit Erdogan vorgeschlagen. Die Haltung Moskaus zu dem Vorschlag war aber zunächst unklar geblieben. Ein Kreml-Sprecher hatte am Freitag gesagt, es werde über "die Möglichkeit" eines solchen Gipfeltreffens diskutiert.

In Idlib und benachbarten Provinzen im Nordwesten Syriens geht die syrische Armee seit Dezember mit Unterstützung Russlands verstärkt gegen islamistische und dschihadistische Milizen vor. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad will die letzte Milizen-Hochburg wieder unter seine Kontrolle bringen. Die Türkei steht auf Seiten der Gegner Assads.

Am Samstag wurde in Idlib ein türkischer Soldat von den syrischen Regierungstruppen getötet, wie das Verteidigungsministerium in Ankara mitteilte. Damit stieg die Zahl der seit Anfang des Monats getöteten türkischen Soldaten in der umkämpften syrischen Provinz auf 17. Die türkische Armee habe nach dem "abscheulichen Angriff" Vergeltung geübt und 21 syrische Ziele zerstört, erklärte das türkische Verteidigungsministerium.

Seit Anfang Dezember sind nach UN-Angaben rund 900.000 Menschen aus dem umkämpften Gebiet in Nordwestsyrien geflohen. Viele von ihnen leben unter katastrophalen Bedingungen in der Grenzregion an der Grenze zur Türkei.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten in der Nacht zum Freitag den sofortigen Stopp der Offensive der syrischen Regierungstruppen in Idlib verlangt. In einer gemeinsamen Erklärung forderten sie alle Konfliktparteien auf, ihre humanitären und völkerrechtlichen Verpflichtungen zu achten.


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