17.02.2020, 11:09 Uhr

Washington (AFP) Kritik an Milliardär Bloomberg bei US-Demokraten wächst

New Yorks Ex-Bürgermeister Bloomberg schaltet zahlreiche Werbespots.
Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Callaghan O'Hare (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Callaghan O'Hare)New Yorks Ex-Bürgermeister Bloomberg schaltet zahlreiche Werbespots. Quelle: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Callaghan O'Hare (Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv/Callaghan O'Hare)

Ex-Vizepräsident Biden und Senatorin Klobuchar bemängeln teure Wahlwerbespots

Bei den US-Demokraten wächst die Kritik an Präsidentschaftsbewerber Michael Bloomberg - mehrere Konkurrenten werfen dem Milliardär vor, sich die Präsidentschaftskandidatur mit teuren Werbespots erkaufen zu wollen. "Mit 60 Milliarden Dollar kann man viel Werbung kaufen, aber nicht die eigene Vergangenheit auslöschen", sagte Ex-Vizepräsident Joe Biden am Sonntag dem Sender NBC. Biden erinnerte unter anderem an Bloombergs umstrittene Polizeistrategie als New Yorker Bürgermeister, die auf Afroamerikaner und Latinos abzielte.

Er warte "begierig" darauf, sich einer Debatte mit Bloomberg zu stellen, fügte Biden hinzu. Auch die Senatorin Amy Klobuchar forderte Bloomberg auf, sich endlich auch persönlich am Vorwahlkampf zu beteiligen. Bloomberg solle sich nicht länger im Rundfunk "verstecken", sagte Klobuchar bei CNN. Bei der Fernsehwerbung könne sie Bloomberg zwar nicht schlagen, "aber ich kann ihn auf der Debattenbühne schlagen".

Bloomberg, der erst im November seine Kandidatur verkündet hatte, hatte die ersten Vorwahlen der Demokraten in den Bundesstaaten Iowa und New Hampshire ausgelassen. Er will erst am sogenannten Super-Dienstag am 3. März in das Vorwahlrennen einsteigen, an dem in 14 Bundesstaaten gleichzeitig abgestimmt wird.

Bloomberg schaltet aber bereits zahlreiche Werbespots, die er aus seinem Privatvermögen bezahlt. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Forbes" ist der Gründer der nach ihm selbst benannten Finanznachrichtenagentur mit einem Vermögen von mehr als 60 Milliarden Dollar der achtreichste Mensch der Welt.

In den Umfragen zum Vorwahlrennen der Demokraten hat sich Bloombergs Werbeoffensive bereits ausgezahlt: In Florida lag er am Freitag sogar leicht in Führung, in Georgia lag er zusammen mit dem linken Senator Bernie Sanders auf Platz zwei hinter Biden. Auch in einer Umfrage in Texas schnitt er mit zehn Prozent stark ab.

Im Wahlkampf wirbt Bloomberg mit seinem geschäftlichen Erfolg und seiner Erfahrung als New Yorker Bürgermeister. Gleichzeitig wächst aber auch die Kritik an dem Milliardär. Dabei geht es vor allem um frühere Einstellungen und Äußerungen, die als unpassend, rassistisch oder frauenfeindlich kritisiert werden.

Zuletzt hatte etwa die "Washington Post" über eine Klage gegen Bloomberg aus dem Jahr 1997 berichtet. Damals soll er dem Bericht zufolge eine schwangere Angestellte zu einer Abtreibung aufgefordert haben. Der Streit wurde ohne ein Schuldeingeständnis beigelegt, Bloomberg bestreitet den Vorwurf. Andere umstrittene Äußerungen hat er als Witze abgetan. Für einige Bemerkungen hat er sich entschuldigt, an andere kann er sich nach eigenen Angaben nicht erinnern.

Der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg, der bei den Vorwahlen der Demokraten neben Sanders bislang am besten abgeschnitten hat, sagte am Sonntag dem Sender Fox News mit Blick auf Bloomberg, die Wähler in den USA wünschten sich einen Präsidenten, "der uns aus den Zeiten herausführen kann, als es noch alltäglich oder akzeptiert war, solche sexistischen oder diskriminierenden Einstellungen zu haben".


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